Bayer: Diese Börsenwerte sehen Hedgefonds im Falle einer Aufteilung
Der Konzern steht im Visier aktivistischer Investoren.
Foto: ReutersDüsseldorf, Frankfurt. Der Chefwechsel war geplant, der Zeitpunkt kommt überraschend: Zum 1. Juni wird Bill Anderson neuer Vorstandschef von Bayer. Der studierte Chemieingenieur war zuletzt Pharmachef beim Schweizer Roche-Konzern. Anderson wird schon zum 1. April in den Vorstand eintreten. Der zuletzt unter Investoren ungeliebte CEO Werner Baumann wird Ende Mai in den Ruhestand gehen – eigentlich lief sein Vertrag bis Mai 2024.
Die Ankündigung, einen ausgewiesenen Pharmamanager für die Top-Position zu engagieren, hatte die Bayer-Aktie in dieser Woche um mehr als sieben Prozent nach oben schnellen lassen. Allerdings haben die Papiere die Gewinne seit der Ankündigung Dienstagabend bereits wieder fast vollständig abgegeben. Seit Jahresbeginn liegen sie allerdings gut 20 Prozent im Plus, was wesentlich mit aktivistischen Aktionären wie Inclusive Capital und Bluebell zusammenhängt.
Deren Einstieg bei Bayer Anfang Januar hat am Kapitalmarkt die Spekulation geschürt, dass Bayer sich vom Mischmodell aus Medizin und Agrarchemie verabschieden könnte. Die Investoren hoffen dabei darauf, dass eine neue Führungsspitze offener ist für eine Zerschlagung des Konzerns als die bisherige. Wie aus internen Berechnungsmodellen von Hedgefonds hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegen, erwarten sie bei einer schrittweisen Aufspaltung von Bayer einen Wertzuwachs von 70 bis 80 Prozent.