Erbstreit: Henrik Thiele geht mit seiner Milliardenklage in die nächste Instanz
Um das Erbe des verstorbenen Milliardärs tobt ein juristischer Streit.
Foto: Thorsten Jochim für HandelsblattDüsseldorf. Der Streit um das Milliardenerbe des Unternehmers Heinz Hermann Thiele geht weiter: Die Anwälte seines Sohns Henrik kündigten dem Handelsblatt an, die kürzlich erlittene Niederlage vor dem Landgericht München I anzufechten. „Das Urteil weist nach unserer Ansicht erhebliche Fehler auf“, sagt Clemens Hüber von der Kanzlei Bayer Krauss Hueber. „Wir haben deshalb Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt.“
Nach Wunsch Henrik Thieles sollte das Gericht feststellen, dass eine zwischen ihm und seinem Vater getroffene Vereinbarung vom 11. Juli 2017 nichtig sei. Henrik Thiele hatte damals gegen eine Zahlung von 25 Millionen Euro eine nach seiner Darstellung 4,5 Milliarden Euro schwere Beteiligung an der Familienholding aufgegeben und auf Ansprüche auf das Erbe seines Vaters verzichtet.
Vor Gericht trugen seine Anwälte vor, Henrik Thiele sei dazu von seinem Vater in unzulässiger Weise gedrängt worden. Das Gericht befand, die Klage des Sohnes sei unbegründet.
Als Heinz Hermann Thiele im Februar 2021 verstarb, wurde sein Vermögen auf 17 Milliarden Euro geschätzt. Thiele war Großaktionär beim lange von ihm geführten Automobilzulieferer Knorr-Bremse.