Kommentar: Der Chipbauer Nvidia ist der heimliche Profiteur des KI-Wettkampfs

Der Nvidia-Chef hat seine Firma unverzichtbar beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz gemacht.
Foto: REUTERSDer Sprachroboter ChatGPT hat ein Wettrennen um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) ausgelöst. Besonders Microsoft und Google konkurrieren um die besten Lösungen. Abseits des Wettkampfs der beiden Giganten hat Jensen Huang seine Firma Nvidia in eine Schlüsselposition gebracht.
Denn Nvidia produziert die Computerchips, die komplexe KI-Anwendungen antreiben. Egal ob Microsoft, Google oder andere Tech-Konzerne, sie beziehen nahezu alle die Spezialchips von Nvidia.
Gerade erst konnte Huang die Erwartungen von Analysten deutlich übertreffen. Die Aktie seiner Firma liegt seit Jahresanfang rund 50 Prozent im Plus.
Huang hatte sein Unternehmen darauf ausgerichtet, spezialisierte Chips für Grafikanwendungen zu bauen. Lange Zeit war sein Unternehmen in einer Nische für Computerspiele unterwegs. Heute führt kein Weg mehr an Huang und seinen Chips vorbei. Denn ihr spezieller Aufbau macht sie perfekt für aufwendige KI-Probleme.
Dabei geht es nicht nur darum, die Suche im Internet zu verbessern. Die Chips von Huang werden in der Medizintechnik eingesetzt, um neue Medikamente zu entdecken. In der Industrie simulieren sie den perfekten Aufbau für eine neue Fabrik. Und in Autos machen sie vernetztes Fahren und künftig vielleicht auch weiterentwickelte Autopiloten erst möglich.
Kurz bevor Huang am Mittwoch mit Analysten über die Geschäftszahlen von Nvidia sprach, eilte er noch auf eine Veranstaltung mit Mercedes-Chef Ola Källenius. Die Chips für die neuen Autos der deutschen Traditionsmarke kommen auch von Nvidia. Mehr noch: Künftig erhält Nvidia einen Teil des Verkaufserlöses jedes Mercedes-Autos, das mit Nvidias KI-Chips ausgestattet ist.
Der Erfolg von Nvidia und Huang ist bemerkenswert. Die Chipbranche hat mehrere Krisen erlebt. Pionier Intel strauchelt. Aber Nvidia scheint davon unberührt.
Trotzdem ist Nvidia nicht unersetzbar. Der Autobauer Tesla setzte ursprünglich auf die Chips von Nvidia, fing dann aber an, die Chips für seine Fahrzeuge lieber selbst zu fertigen.
Huang hat zwar viele neue Zukunftsbranchen aufgetan, aber noch hängt das Unternehmen weiter stark am alten Geschäft mit Grafikchips für Computerspiele – und dieser Markt steht massiv unter Druck.
Huang hat den richtigen Weg für eine lukrative Zukunft für sein Unternehmen eingeschlagen. Jetzt muss er ihn nur erfolgreich beschreiten.