Einzelhandel: Aus der Insolvenz zum Erfolg: Das erstaunliche zweite Leben des Modehändlers Bonita
Im Schnitt kommt eine Kundin zwölf- bis dreizehnmal im Jahr ins Geschäft, sagt der Chef.
Foto: BonitaDüsseldorf. Es ist nicht mal drei Jahre her, da hatten die Eigentümer den Modehändler Bonita im Prinzip aufgegeben. Der damals noch börsennotierte Konzern Tom Tailor, zu dem Bonita gehörte, stieß die Tochterfirma ab und meldete für sie Insolvenz an. Markus Neumann von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bezeichnete Bonita als „Desaster“.
Doch jetzt ist die Modefirma wieder profitabel und wächst sogar deutlich zweistellig. Im Geschäftsjahr 2021/22, das im September endete, stieg der Umsatz um 36 Prozent zum Vorjahr auf 120 Millionen Euro, wie Vorstandschef Karsten Oberheide im Gespräch mit dem Handelsblatt berichtet.
Damit gelingt dem von manchen als Oma-Marke belächelten Händler ein Kunststück, das in der Krisenbranche des Modehandels beispiellos ist. Mit einer strategischen Neupositionierung hat Oberheide das Unternehmen nicht nur in kürzester Zeit gerettet – er hat auch ehrgeizige Wachstumsziele.
„Wir haben uns für das laufende Geschäftsjahr ein Wachstum von zehn Prozent vorgenommen“, sagt Oberheide, der das Unternehmen mit zwei Investoren im November 2020 aus der Insolvenz gekauft hat und heute die Mehrheit am Unternehmen hält. Im vergangenen Jahr wurden bereits 20 Filialen neu eröffnet, in diesem und im nächsten Jahr sollen jeweils 50 weitere Läden dazukommen.