Kommentar: Warum Sie die Finger von einer neuen Öl- oder Gasheizung lassen sollten

Der Betrieb von Gas- und Ölheizungen dürfte in den kommenden Jahren immer teurer werden.
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria WeberJetzt noch schnell eine neue Ölheizung – vielen Hausbesitzern dürfte dieser Gedanke in den vergangenen Wochen durch den Kopf geschossen sein. Denn ab dem kommenden Jahr dürfen im Regelfall keine reinen Öl- oder Gasheizungen mehr eingebaut werden. Doch ein überstürzter Panikkauf ist eine schlechte Idee.
Das grundlegende Kalkül ist durchaus nachvollziehbar: Eine neue Ölheizung kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Die klimafreundlichere Alternative, eine Wärmepumpe, kann hingegen locker mit dem Doppelten zu Buche schlagen. Und damit ist es oftmals noch nicht getan: Bei älteren Häusern müssen womöglich alle Heizkörper ausgetauscht werden, damit die Wärmepumpe effizient läuft. Und richtig sinnvoll wird es erst mit einer umfassenden Sanierung. So werden schnell Zehntausende Euro fällig.
Aber wer so rechnet, lässt wichtige Argumente außer Acht:
Erstens dürften Heizöl und Gas in den kommenden Jahren immer teurer werden. Denn es kostet Heizungsnutzer Geld, Emissionen zu verursachen. Bis 2026 steigt die Abgabe auf 55 bis 65 Euro pro Tonne, danach vermutlich noch weiter. Den Bewohnern eines wenig sanierten Einfamilienhauses mit Ölheizung und einem Verbrauch von 2000 Litern pro Jahr könnten dann laut Verbraucherzentrale NRW Mehrkosten von mehr als 400 Euro im Jahr entstehen, Tendenz weiter steigend. Bei Gas ist der Effekt kleiner, aber ebenfalls vorhanden.