Wirecard: Aufsicht Apas sanktioniert EY mit historisch hohen Strafen
Die Entscheidung der Prüferaufsicht Apas zu EY gilt als Meilenstein in der Aufarbeitung des Wirecard-Skandals.
Foto: dpaDüsseldorf, Berlin. Die Prüferaufsicht Apas hat im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal massive Pflichtverletzungen durch EY festgestellt und deshalb hohe Strafen verhängt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft darf in Deutschland zwei Jahre lang keine neuen Prüfungsmandate bei Unternehmen von öffentlichem Interesse übernehmen. Dazu zählen alle börsennotierten Firmen.
Hinzu kommt eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Euro. Die Apas bestätigte am 3. April in einer Mitteilung entsprechende Informationen des Handelsblatts.
Die Aufsicht verhängt zudem Strafen gegen einzelne Wirtschaftsprüfer, die mit Arbeiten bei Wirecard befasst waren. Fünf Prüfer werden mit Geldstrafen zwischen 23.000 Euro und 300.000 Euro belangt. Namen nennt die Apas aber nicht. Die höchste Strafe soll laut Informationen des Handelsblatts Hubert Barth auferlegt worden sein, dem ehemaligen Deutschlandchef von EY. Sein Anwalt teilte auf Nachfrage dazu mit: „Ein Beschluss der Apas liegt weder Herrn Barth noch mir vor.“ Zu einem laufenden Verfahren wolle man keine öffentliche Stellungnahme abgeben. Auf frühere Nachfragen hatten sich Barths Anwälte optimistisch gegeben, dass das Verfahren „schlussendlich eingestellt wird“. Barth sei nach seinem Dafürhalten „allen berufsrechtlichen Pflichten gerecht geworden“.