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AußenhandelChinas Exporte wachsen unerwartet stark – Analysten weisen auf Subventionen und Transfers

Chinas Ausfuhren legen überraschend stark zu und erfüllen damit den Wunsch der Staatsführung. Die Importe schrumpfen trotz des Nach-Corona-Aufschwungs weiter.Sabine Gusbeth 13.04.2023 - 15:55 Uhr Artikel anhören

Chinas Exporte verzeichnen im März nach fünf Monaten einen überraschenden Anstieg.

Foto: dpa

Peking. Chinas Exporte sind im März unerwartet stark gestiegen. Die Ausfuhren legten um 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Importe dagegen schrumpften um 1,4 Prozent. Das geht aus Zolldaten auf Dollar-Basis vor, die am Donnerstag in Peking veröffentlicht wurden. 

Die ungleiche Entwicklung deute darauf hin, dass „Chinas Exportwachstum durch Subventionen und implizite Transfers angekurbelt wurde“, kommentierte Michael Pettis, Finanzprofessor an der Universität Peking, auf Twitter. Er verweist auf die Anweisung der Staatsführung an die Lokalregierungen, Unternehmen beim Exportgeschäft zu unterstützen. 

Chinas neuer Premierminister Li Qiang hatte vergangene Woche bei einer Kabinettssitzung betont, man müsse „jede Methode versuchen“, um den Außenhandel zu stabilisieren. Insbesondere die exportstarken Provinzen im Südosten des Landes sollten die Ausfuhren antreiben. Dabei sollen Exporte in entwickelte Volkswirtschaften stabilisiert und Chancen in anderen asiatischen Staaten sowie Entwicklungsländern ausgelotet werden, so die Anweisung der Staatsführung.

Einen Teil des unerwarteten Exportbooms führen Experten zudem auf einen Rückgang bei Lieferkettenstörungen zurück, sagte Michelle Lam, Ökonomin für die Region Greater China bei der französischen Investmentbank Société Générale der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im vergangenen Jahr litt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter strengen Coronabeschränkungen in China sowie der geringeren globalen Nachfrage. Dadurch hatte sich das Exportwachstum in den vergangenen fünf Monaten verlangsamt. Die Ausfuhren sind eine wichtige Stütze der chinesischen Wirtschaft.

Der aktuelle Zuwachs sei möglicherweise „nur von kurzer Dauer“, gibt Iris Pang, Chefvolkswirtin Greater China bei der niederländischen Bank ING, zu bedenken. Es sei vor allem die Nachfrage aus asiatischen Nachbarländern nach elektronischen Teilen und Geräten, die die Exporte getrieben hätte, während die Ausfuhren in die USA und nach Europa weiter abflachen. Pang hält es für wahrscheinlich, dass die Nachfrage in Asien weiter steigt, während die westliche Welt einen wirtschaftlichen Abschwung erlebt. 

Handel mit Russland boomt

Auffällig an den aktuellen Zahlen ist, dass insbesondere der Handel mit Russland boomt. Der Wert der Exporte stieg in US-Dollar gerechnet um 47 Prozent. Die Importe legten um mehr als 136 Prozent zu. Letzteres dürfte zum Teil auf höhere Energiepreise zurückzuführen sein. 

Interessant ist darüber hinaus, dass die chinesischen Importe aus den USA gegen den Trend um 5,6 Prozent zulegten. Dagegen fielen Chinas Ausfuhren in die größte Volkswirtschaft der Welt um 7,7 Prozent. Auch andere entwickelte Volkswirtschaften fragten weniger Produkte „made in China“ nach.

Nach dem Ende der drei Jahre währenden Null-Covid-Strategie gab es zuletzt Anzeichen für eine Erholung der chinesischen Wirtschaft. Die Staatsführung hat auf dem Volkskongress ein Wachstumsziel von „rund fünf Prozent“ ausgegeben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit 5,2 Prozent. 

Das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal soll in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Ökonomin Pang rechnet angesichts der starken Exportzahlen mit einem Zuwachs vom 3,8 Prozent im Jahresvergleich.

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Erstpublikation: 13.04.2023, 06:30 Uhr (zuletzt geändert um 11:34 Uhr).

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