Roland Berger: Zwei Frauen rücken in Vorstand der Beratung auf
Die Roland-Berger-Partnerin rückt neu ins Vorstandsgremium auf.
Foto: Roland BergerDüsseldorf. Die 300 Partner der größten deutschen Managementberatung Roland Berger haben ihre Führungsgremien neu besetzt. Der Vorstand bekommt vier neue Mitglieder und wird internationaler und weiblicher.
In das Gremium rücken die Partnerinnen Hasmeet Kaur (Innovation) und Maria Mikhaylenko (IT) sowie die Partner Per Breuer (Personal) und Matthias Rückriegel (Finanzen) auf. Vorstandssprecher bleibt Stefan Schaible, an seiner Seite stehen weiter Marcus Berret und Denis Depoux.
Neben der Erweiterung des global verantwortlichen Vorstands sortiert die Beratung auch die Geschäftsführung für die nach wie vor wichtigste Region neu: Das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortet künftig Torsten Henzelmann (55). Der Senior Partner ist spezialisiert auf die Energiewirtschaft. Die globale Beratungseinheit, die er verantwortet, ist zudem für Projekte in den Bereichen Infrastruktur und Transport zuständig.
Henzelmann löst Sascha Haghani ab. Der ebenfalls 55-Jährige, der seit über 30 Jahren bei Roland Berger tätig ist, bleibt Chef der traditionell wichtigen Restrukturierungssparte. Diese hatte sich jüngst mit der Übernahme des Teams der auf Interimsmanagement spezialisierten Personalberatung Candidus verstärkt und neu positioniert. Seitdem können Berater ihre Projekte übergangsweise auch als Restrukturierungsmanager umsetzen.
Roland Berger: Führungsstruktur stößt an Grenzen
Auch die Geschäftsführer der Regionen USA und Mittlerer Osten, Robert Henske und René Seyger, geben ihre Ämter als Regionalverantwortliche auf, um „eine konsequente personelle Trennung zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat zu erreichen“.
Alle drei behalten aber ihre Aufsichtsratsmandate. Das Kontrollgremium ist bei Roland Berger traditionell intern besetzt. Gründer Roland Berger (85) selbst ist inzwischen in keinem Führungsgremium der Beratung mehr vertreten und hält auch keine Anteile mehr.
Die Personalrochade war nötig geworden, da Roland Berger in den vergangenen Jahren wieder stark gewachsen ist und dieses Jahr beim Umsatz erstmals die Milliardenmarke erreichen will. „Unsere Führungsstrukturen sind an ihre Grenzen gestoßen“, erklärt CEO Stefan Schaible.
Der neue Deutschlandchef löst Sascha Haghani ab – der wiederum bleibt Kopf der wichtigen Restrukturierungssparte.
Foto: Roland BergerDeshalb verstärke die Partnerschaft nun ihre Führungsgremien. „Wir geben auch einer neuen Partnergeneration mehr Verantwortung.“ Außerdem würden „wachstumskritische Funktionen wie Finanzen und Controlling, Personal, Innovation und Knowledge-Management direkt in den globalen Vorstand“ geholt.
Roland Berger hat sich nach einigen schwierigen Jahren im operativen Geschäft selbst restrukturiert. Seit 2020 wächst die Beratung wieder und ist auch profitabel. Die vor Simon Kucher, Qperior und Horvath größte deutsche Managementgesellschaft sucht nun den Anschluss an die Weltspitze mit McKinsey, Boston Consulting und Bain.
Roland Berger sucht weiter Investoren
Um international eine Rolle zu spielen, braucht eine Managementberatung nach Einschätzung von Branchenexperten wie Beratungsprofessor Dietmar Fink von der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) „1,5 bis zwei Milliarden Euro Umsatz“. Mit weniger Geschäftsvolumen fehle die finanzielle und personelle Stärke.
Mit der neuen Führungsorganisation hat CEO Stefan Schaible die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt. Die Suche nach Investoren, um dieses zu finanzieren, indes geht weiter.
Erstpublikation: 13.04.2023, 16:07 Uhr.