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Ex-SowjetländerWolf-Warrior sorgt für Empörung

Der chinesische Botschafter in Frankreich stellt die Souveränität der heutigen Ex-Sowjetrepubliken in Frage. Die Aussagen sorgen im Baltikum für Empörung.Nicole Bastian 24.04.2023 - 13:26 Uhr aktualisiert Artikel anhören

In einem Interview im französischen Fernsehen hatte der chinesische Botschafter Lu Shaye zuvor die Souveränität von Staaten in Frage gestellt, die einst der Teil Sowjetunion waren.

Foto: imago images / Xinhua

Düsseldorf. Der chinesische Botschafter in Frankreich, Lu Shaye, ist einer der als „Wolf-Warrior“ bekannten Diplomaten Pekings, die immer wieder mit aggressiven geopolitischen Äußerungen auffallen. Die Gruppe will mit ihren scharfen Aussagen die zunehmende geopolitische Bedeutung ihres Landes unterstreichen.

In seiner Zeit als chinesischer Botschafter in Paris hat Lu daher mehrfach mit umstrittenen Äußerungen Schlagzeilen gemacht. Jetzt brach er in einem TV-Interview ein weiteres Tabu: Der Diplomat stellte die Souveränität ehemaliger Sowjetstaaten wie der Ukraine infrage.

„Diese ehemaligen UdSSR-Länder haben keinen tatsächlichen Status im internationalen Recht, weil es kein internationales Abkommen gibt, das ihren souveränen Status festschreibt“, sagte Lu. Frankreich, die Ukraine und die baltischen Staaten reagierten bestürzt.

Lettland bestellte für Montag den Leiter der chinesischen Botschaft in Riga ein. Dieser Schritt sei mit Litauen und Estland abgestimmt, teilte Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics am Wochenende auf Twitter mit. „Wir erwarten von chinesischer Seite eine Erklärung und eine vollständige Rücknahme dieser Aussage“, schrieb er.

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis schrieb, in den Aussagen zeige sich, warum die baltischen Staaten China nicht als potenziellen Friedensvermittler im russischen Angriffskrieg in der Ukraine über den Weg trauten.

Unabhängigkeit 1991 zurückerlangt

Die chinesische Regierung hat nach umstrittenen Äußerungen ihres Botschafters in Frankreich klargestellt, dass sie die Unabhängigkeit der Staaten auf dem Gebiet der einstigen Sowjetunion anerkennt.

Die chinesische Seite respektiere den Status der Länder, die aus dem Zusammenbruch der Sowjetunion hervorgegangenen seien, als souveräne Staaten, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Montag. Sie fügte hinzu, dass China eines der ersten Länder gewesen sei, das diplomatische Beziehungen zu diesen Ex-Sowjetrepubliken aufgenommen habe.

Estland, Lettland und Litauen waren im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Deutschland besetzt. Nach Kriegsende wurden die drei kleinen Ostseestaaten im Nordosten Europas gegen ihren Willen jahrzehntelang zu Sowjetrepubliken.

Erst 1991 erhielten sie ihre Unabhängigkeit zurück, seit 2004 gehören sie EU und Nato an. Auch auf die Frage, ob die von Moskau annektierte Halbinsel Krim zur Ukraine gehöre, antwortete Lu im Fernsehinterview, dies sei nicht so einfach zu beantworten.

So berichtet das Handelsblatt über den Ukraine-Krieg:

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Es ist nicht das erste Mal, dass Lu, mit umstrittenen Äußerungen auffällt. Im vergangenen Jahr sagte er unter anderem, dass die Bewohner Taiwans „umerzogen“ werden müssten. Zudem sprach er von „ausländischen Kräften“, die die Proteste in China gegen die strikten Covid-Einschränkungen aufgeheizt hätten.

Mit Agenturmaterial

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