Ukraine-Krieg: Wie die ukrainische Offensive Schritt für Schritt ablaufen könnte
Ukrainische Soldaten installieren ein Panzerabwehrraketensystem des Typs „Stugna“.
Foto: dpaBerlin. Herr Reisner, Russland konnte über die vergangenen Wochen nur geringe Gebietsgewinne erzielen. Der britische Geheimdienst geht davon aus, dass Moskaus Truppen schon bald wieder defensiver agieren werden. War es das mit der russischen Winteroffensive?
Ich bin deutlich verhaltener bei meiner Lageanalyse. Die russische Offensive läuft seit knapp einem Monat, aber anders, als es viele erwartet hatten. Russland setzt im Donbass vor allem Wagner-Söldner ein, und auch wenn das makaber klingen mag, diese Kämpfer besitzen für die russische Armee keinen größeren Wert. Das ist einfach nur Kanonenfutter, das an die Front geworfen wird. Ein konzentrierter, großer Angriff in eine gezielte Richtung mit allen Kräften blieb bisher aus drei Gründen aus.
Und zwar?
Erstens hätten sich die russischen Kräfte dadurch exponiert und wären so in Reichweite der ukrainischen Abwehrstellungen in der Tiefe geraten. Bereitgestellte ukrainische Reserven hätten dort leicht und erfolgreich in die Flanken stoßen können.
Zweitens haben die Ukrainer ihr Gebiet mittlerweile mit jeder Menge Minen gesichert, die sich nur schwer überwinden lassen. Welche hohen Verluste dadurch entstehen, konnte man beim Vorstoß der Russen auf die Stadt Wuhledar beobachten, als die Ukraine die russischen Panzer durch fernverlegbare Minen in eine Falle gelockt haben.