Microsoft: Aktie übertrifft Erwartungen und steigt um knapp neun Prozent
Der Tech-Konzern kann mit seinen Zahlen überzeugen.
Foto: ReutersUnterm Strich verdiente der Konzern 18,3 Milliarden Dollar (16,7 Milliarden Euro) und damit rund neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor allem das Cloud-Geschäft rund um die Azure-Plattform, die anderen Unternehmen Rechenkapazität und Anwendungen im Internet verkauft, wuchs mit einem Umsatzplus von 27 Prozent weiter. Zuletzt hatte Unilever vollständig auf die Azure-Cloud umgestellt.
Auch der Umsatz der Tochter LinkedIn, des sozialen Netzwerks für Berufstätige, stieg um acht Prozent. Zudem schnitt der PC-Bereich mit einem Umsatz von über 13 Milliarden Dollar besser ab als erwartet, auch wenn hier ein Umsatzminus von neun Prozent stand.
Microsoft wächst damit zwar langsamer als in früheren Quartalen, als die Wachstumsraten noch zweistellig waren und insbesondere das Cloud-Geschäft stets mit mehr als 30 Prozent zulegte. Dennoch übertraf Microsoft die Prognosen der Wall-Street-Analysten sowohl beim Gewinn als auch bei den Umsätzen deutlich.
Bei den Anlegern kamen die Zahlen gut an: Die Aktie stieg nachbörslich zwischenzeitlich um knapp neun Prozent.
Vorstandschef Nadella betonte in der Analystenkonferenz die „starke Entwicklung“: „Wir konzentrieren uns weiterhin auf unsere drei Prioritäten.“ Dazu zählten die Nutzung der Microsoft-Cloud-Angebote, Investments in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) und die Softwarelösungen des Konzerns.
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Laut Nadella zeigen sich erste positive Folgen. „Wir betreiben die fortschrittlichsten KI-Modelle mit ChatGPT und Nvidia“, so der CEO. Nun wolle man die KI-Fähigkeiten den eigenen Cloud-Kunden zugänglich machen. Zu den ersten Nutzern, die Azure AI nutzten, zählten Mercedes-Benz und Shell sowie Shopify.
Aber auch Privatkunden nutzten die neuen Angebote. „OpenAI ist eine der am schnellsten wachsenden Consumer-Apps überhaupt“, sagte Nadella. Zwei Monate nach dem Start der neuen, verbesserten Suchmaschine Bing hätten sich die Nutzerzahlen vervierfacht. Microsoft fühle sich durch den Erfolg „sehr ermutigt“.
Analyst Dan Ives von Wedbush lobte die „robuste Leistung angesichts des makroökonomischen Gegenwinds“. Vor allem das Azure-Wachstum, das wechselkursbereinigt sogar bei 31 Prozent gelegen habe, sei ein „Schlüssel zum Erfolg“.
Sophie Lund-Yates, Analystin von Hargreaves Lansdown, sieht Microsoft erfolgreich „auf der KI-Welle“ reiten. Der Konzern spiele „bei der potenziellen Monetarisierung dieser phänomenalen Technologie ganz vorn mit. Tatsache ist, dass Künstliche Intelligenz in die meisten bestehenden Produkte von Microsoft integriert werden kann.“
Mit Agenturmaterial
Erstpublikation: 25.4.2023, 22.20 Uhr (zuletzt aktualisiert: 26.4.2023, 00.55 Uhr)