Silicon Valley Bank und Co.: US-Banken schneiden bei Qualität des Managements oft schlechter ab als Europas Institute
Schwächen im Risikomanagement sollen unter anderem zum Zusammenbruch des Instituts geführt haben.
Foto: ReutersFrankfurt. Die Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) hat offengelegt, wie wichtig Governance, also Grundsätze der guten Unternehmensführung, sein kann. Dem kalifornischen Institut, das im März pleiteging, hat es daran gemangelt, zeigt der Ursachenbericht der US-Notenbank Fed. Wachstum und Komplexität der Bank hätten die Fähigkeiten der Verwaltungsräte und die Führungskräfte des Instituts überfordert, das Risikomanagement sei schwach gewesen, heißt es in dem Bericht.
Das Sustainable Investment Office von Metzler Asset Management hat die SVB-Pleite zum Anlass genommen, die Managementqualität von 179 börsennotierten amerikanischen Banken mit denen von 47 gelisteten europäischen Banken zu vergleichen. Das Ergebnis fällt für die US-Institute wenig schmeichelhaft aus: Sie weisen deutlich häufiger Schwächen auf als ihre europäischen Wettbewerber. Das gilt auch für viele der kriselnden US-Regionalbanken wie etwa Pacwest.
Metzler Asset Management hatte für diese Analyse drei Faktoren untersucht, die aus Sicht der Analysten für Managementqualität stehen: die Frage, ob es im Führungsgremium einen erfahrenen Experten für Risikomanagement gibt; die Frage, ob ein Mitglied von Vorstand oder Aufsichtsrat bei seiner Wahl mehr als zehn Prozent Gegenstimmen von den Aktionären erhielt; und die Frage, ob im Aufsichts- oder Verwaltungsrat Mitglieder sitzen, die älter als 70 Jahre sind oder deren Amtszeit 15 Jahre übersteigt.