Fallender Lithium-Kurs: Wieso Elektroautos nicht günstiger werden
Seit Ende 2022 ist der Preis für Lithium stark gesunken. Elektroautos werden dadurch aber nicht günstiger.
Foto: ImagoDüsseldorf. Tesla-Chef Elon Musk nannte ihn mal „eine Lizenz zum Gelddrucken“: den Abbau von Lithium. Denn das Alkalimetall, beziehungsweise das für die Zellfertigung geeignete Lithiumhydroxid, ist aktuell der wohl wichtigste Rohstoff für die Antriebsbatterien in E-Autos.
Seit dem Jahresbeginn 2021 stieg der Lithiumpreis daher steil an – allein im vergangenen Jahr verdoppelte er sich in der Spitze. Seit dem vergangenen November läuft aber eine Korrektur. Am Spotmarkt sind die Kurse von umgerechnet über 75 Euro pro Kilogramm auf gut 23 Euro eingebrochen.
Da liegt ein Gedanke nahe: Wenn der Lithiumpreis so stark fällt, müssten doch auch die Batterien günstiger werden – und damit auch die Preise für E-Autos. Doch wer nun auf günstigere Angebote wartet, sitzt einem Irrglauben auf. Das sind die Gründe:
1. Für Elektroautos ist Lithium nur ein Kostenfaktor
Eine Batterie fürs E-Auto besteht nicht nur aus Lithium. Das zeigt das Beispiel des Audi e-tron: Der beliebte SUV hat für den Vortrieb – Fachjargon: Traktionsbatterie – einen Energieinhalt von 95 Kilowattstunden (kWh). Neben 63 Kilogramm (kg) Lithiumhydroxid werden 60 kg Nickel, 20 kg Kobalt und 18 kg Mangan als chemisches Aktivmaterial gebraucht. Pro Fahrzeug, wohlgemerkt.