Niederländische Großbank: ING übertrifft Erwartungen – und kündigt milliardenschweren Aktienrückkauf an
Allein für ihr Russland-Portfolio verbuchte die ING eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 118 Millionen Euro.
Foto: imago images/BelgaFrankfurt. Die niederländische Großbank ING hat im ersten Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen: Von Januar bis März konnte das Institut seinen Nettogewinn auf rund 1,6 Milliarden Euro mehr als verdreifachen, wie die Bank am Donnerstag in Amsterdam mitteilte.
Im Vorjahreszeitraum betrug der Nettogewinn noch 429 Millionen Euro, der allerdings stark von Risikokosten im Zusammenhang mit dem Russlandgeschäft belastet war. Von ING befragte Analysten hatten einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro prognostiziert.
Das Institut habe ein „starkes erstes Quartal“ verzeichnet, sagte ING-Chef Steven van Rijswijk. Davon sollen auch die Anleger profitieren. Die im EuroStoxx 50 notierte Bank kündigte an, eigene Anteile im Wert von 1,5 Milliarden Euro zurückzukaufen.
Die Erträge legten zum Jahresauftakt im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwas mehr als ein Fünftel auf fast 5,6 Milliarden Euro zu, der Überschuss im Zinsgeschäft zog ebenfalls um etwa 20 Prozent auf etwa vier Milliarden Euro an.
Für ausfallgefährdete Kredite legte das Institut 152 Millionen Euro zurück, nach 987 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Allein für ihr Russland-Portfolio verbuchte die ING eine Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 118 Millionen Euro. „Wir sehen keine Zukunft für uns in Russland“, sagte van Rijswijk.
Starkes erstes Quartal der ING Deutschland
In Deutschland hat die ING ebenfalls ein starkes erstes Quartal hingelegt. So konnte die Bank hierzulande in den ersten drei Monaten des Jahres einen Vorsteuergewinn von 538 Millionen Euro einfahren, nach einem Verlust von 63 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Erträge der ING Deutschland stiegen um 28 Prozent auf 896 Millionen Euro.
Grund dafür ist zum einen der stark angestiegene Zinsüberschuss, der im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent auf 800 Millionen Euro stieg. Zum anderen konnte die ING Deutschland sogar 17 Millionen Euro an Risikovorsorge auflösen. Im Vorjahresquartal legte die Bank noch 413 Millionen Euro für ausfallgefährdete Kredite zurück.
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So fuhr die Bank im Geschäft mit Unternehmenskunden einen Vorsteuergewinn von 142 Millionen Euro ein, nach einem Verlust von 290 Millionen im Vorjahresquartal. Im Privatkundengeschäft steigerte die ING Deutschland ihren Vorsteuergewinn um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 397 Millionen Euro.
Mit Agenturmaterial