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GroßbritannienDeutsche Bank gesteht illegale Absprachen im Anleihehandel

Das Geldhaus hat nach eigener Einschätzung im Handel mit britischen Staatsanleihen gegen Wettbewerbsregeln verstoßen – könnte aber einer Strafe entgehen.Andreas Kröner 24.05.2023 - 13:16 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Institut hat in den vergangenen Jahren aufgrund von Skandalen und schwachen Kontrollsystemen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Deutsche Bank hat illegale Absprachen im Handel mit britischen Staatsanleihen eingeräumt. Das Institut habe die britischen Behörden darauf aufmerksam gemacht, dass es an wettbewerbswidrigen Aktivitäten beteiligt gewesen sei, teilte die Competition and Markets Authority (CMA) am Mittwoch mit.

Nach Erkenntnissen der CMA hat Deutschlands größtes Geldhaus im Handel mit britischen Staatsanleihen von 2009 bis 2013 mit den US-Banken Citi und Morgan Stanley, der britischen HSBC sowie der Royal Bank of Canada Preise und Handelsstrategien abgesprochen.

Eine kleine Anzahl an Händlern der beteiligten Banken hätten sensitive Informationen über den Chat des Finanzdienstleisters Bloomberg ausgetauscht. Dadurch sei der Wettbewerb beeinträchtigt worden – unter anderem zu Lasten von Pensionsfonds, des britischen Staats und der britischen Steuerzahler.

„Ein funktionierender, wettbewerbsfähiger Bondmarkt ist nicht nur wichtig für Millionen von Steuerzahlen und Sparern, er ist auch entscheidend für Großbritanniens Reputation als weltweites Finanzzentrum“, erklärte CMA-Generaldirektor Michael Grenfell. Die Vergehen, die den Banken vorgeworfen werden, seien deshalb „sehr gravierend“.

Neben der Deutschen Bank habe auch Citi ein Fehlverhalten eingeräumt, erklärte die CMA, Morgan Stanley, HSBC und die Royal Bank of Canada dagegen bisher nicht. Die Institute bekommen nun die Chance, ihre Sicht der Dinge darzustellen, bevor die CMA eine finale Entscheidung trifft.

Die Liste von Skandalen ist lang

Da die Deutsche Bank die CMA auf die Absprachen hingewiesen hat, werde sie straffrei ausgehen, erklärten die Wettbewerbshüter. Eine mögliche Strafe für Citi werde wegen des Geständnisses des US-Instituts reduziert.

Eine Deutsche-Bank-Sprecherin erklärte, das Institut habe den Sachverhalt proaktiv gemeldet und bei der anschließenden Untersuchung umfassend kooperiert. „Infolgedessen wurde uns von der CMA ein vorläufiger Erlass gewährt, sodass wir nicht mit einer Geldstrafe rechnen.“

Auch beim Handel mit auf Euro lautenden Staatsanleihen steht die Deutsche Bank unter Verdacht, durch Absprachen gegen Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. Die Frankfurter sind nach eigenen Angaben auch in diesem Fall auf die Behörden zugegangen – und erwarten deshalb ebenfalls keine Geldbuße.

In den vergangenen Jahren hat die Deutsche Bank aufgrund von Skandalen und schwachen Kontrollsystemen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. 2022 wurde das Institut wegen zu spät gemeldeter Geldwäscheverdachtsfälle zu einer Geldbuße von sieben Millionen Euro verdonnert. Die Bank hatte unter anderem eine von ihr durchgeleitete Zahlung aus dem familiären Umfeld des syrischen Diktators Baschar al-Assad nicht gemeldet.

Weil das Geldhaus die Greenwashing-Vorwürfe bei ihrer Fondstochter DWS zu spät meldete, hat sie außerdem Ärger mit der amerikanischen Finanzaufsicht. Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts will in den kommenden Jahren deshalb einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Kontrollsysteme legen.

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„Bei unseren internen Kontrollen und der Behebung von Schwachstellen müssen wir weiter hart arbeiten, um uns zu verbessern und alle Anforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen“, sagte Wynaendts dem Handelsblatt Anfang des Jahres. „Die Bank hat Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun.“

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