Steuerhinterziehung: „Geistiger Vater“ der Cum-Ex-Geschäfte in den Niederlanden gefasst
Die EU-Behörde Eurojust koordinierte die Aktion.
Foto: IMAGO/ANPDüsseldorf. Zugriff am Morgen: Eine internationale Gruppe von Ermittlern hat nach Informationen des Handelsblatts aus Justizkreisen den niederländischen Geldmanager Frank Vogel aufgespürt. Er wurde am Dienstagmorgen in der Gemeinde Aerdenhout im Großraum Amsterdam festgenommen. Vogel, eine der wichtigsten Figuren im Steuerskandal Cum-Ex, sitzt nun in Untersuchungshaft.
Cum-Ex bezeichnet eine Methode des Aktienhandels, bei der sich die Beteiligten mehr Steuern erstatten ließen, als sie zahlten. Vogel war europaweit aktiv, er soll vor allem in die deutsche, aber auch in die dänische und belgische Steuerkasse gegriffen haben. Die Dänen fordern Geld von Vogel und seinen Firmen zurück.
Bei der Festnahme am Dienstag hatten niederländische Beamte des Fiscal Information and Investigation Service (FIOD) die Federführung. Beteiligt waren auch deutsche und finnische Staatsanwälte. In Finnland wurde zeitgleich ein Geschäftspartner Vogels festgenommen. Die EU-Behörde Eurojust koordinierte die gemeinsamen Ermittlungen.
Der Vorwurf gegen Vogel lautet auf schwere Steuerhinterziehung, nicht nur durch Cum-Ex-Geschäfte, sondern auch das verwandte Modell Cum-Cum. Diese Variante verfolgen vor allem die niederländischen und finnischen Ermittler. Sie beklagen einen potenziellen Schaden von 17 Millionen Euro. Mit Cum-Cum-Deals erschleichen sich ausländische Aktionäre Steuererstattungen, die gesetzlich inländischen Anlegern vorbehalten sind.