1. Startseite
  2. Arts und Style
  3. Kunstmarkt
  4. Sammlung Hélène Leloup: Sotheby's strategischer Irrtum

AuktionSammlung Hélène Leloup: Sotheby's strategischer Irrtum

Hélène Leloup gehört zu den legendären Top-Händlerinnen für Tribal Art. Sotheby's Auktion ihrer Sammlung bleibt jedoch weit unter der Erwartung.Olga Grimm-Weissert 29.06.2023 - 11:26 Uhr Artikel anhören

Tribal Art konnte sie auf ihren abenteuerlichen Reisen als Ethnologin direkt aus Afrika ausführen.

Foto: Sotheby's

Paris. Für die Auktion der „Sammlung Hélène Leloup“ am 21. Juni setzte Sotheby's Paris auf eine völlig falsche Strategie. Dabei hatte man auf die – bei Sammlern beliebte – Kombination von Tribal Art und Zeitgenössischer Kunst gesetzt, und auf den Namen der weltweit geschätzten Händlerin Hélène Leloup.

Bei einer überzogenen Gesamtschätzung von 12 bis 17 Millionen Euro ist das erzielte Ergebnis von 8,3 Millionen enttäuschend. Umso mehr, als ein Frauenporträt von Francis Bacon mit einer Garantie von 5,4 Millionen Euro abgesichert war. Das verkündete CEO Mario Tavella mangels eines Gebots lautstark. Mit Spesen macht das 6,4 Millionen Euro.

Die Töchter der 96-jährigen Tophändlerin entschieden, je eine Auktion in Paris und New York zu bestücken. Der Grund: Hélène Leloup, geborene Copin, unterhielt mit ihrem ersten Mann Henri Kamer neben Paris auch in New York und Palm Beach Galerien. Neben Tribal Art, die sie dank abenteuerlicher Reisen als Ethnologin direkt aus Afrika ausführte, handelte sie auch mit Gemälden von Francis Bacon, Yves Klein oder Friedensreich Hundertwasser.

Bekannt für ihr sicheres Auge und ihre Sachkenntnis, galt Hélène Leloup mit ihrem zweiten Mann Philippe Leloup als absolute Referenz. Die Ethnie Dogon in Mali hatte sie 2011 im Musée du Quai Branly und in der Bundeskunsthalle Bonn als Kuratorin vorgestellt. Zuletzt stellte die Händlerin die Sammlung des Milliardärs Marc Ladreit de Lacharrière zusammen. Sie wurde dem Musée du Quai Branly geschenkt.

Umso überraschender war die mangelnde Qualität des Großteils der 53 in Paris angebotenen Lose, von Fachleuten als „Lager- Restbestände“ bezeichnet. Das Top-Los, ein Fang-Kopf aus der ehemaligen Sammlung der Kosmetikfabrikantin Helena Rubinstein, ging ohne ein Gebot bei 3,4 Millionen Euro zurück. Die Taxe von 4 bis 6 Millionen war zu hoch gegriffen.

Eine „Tellem“-Statue der Dogon fuhr 127.000 Euro ein. Dagegen hatte Christie’s Paris bei seiner Auktion für afrikanische, ozeanische und amerikanische Künste am 22. Juni für eine andere Tellem-Statue 1,25 Millionen Euro erzielt. Eine perfekte Baulé-Maske, von einem Meister der Elfenbeinküste geschnitzt, kam auf 2 Millionen Euro. Christie’s nahm an jenem Tag für 21 Tribal Art Lose in 50 Minuten 6 Millionen Euro ein. Eindeutig die bessere Strategie.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt