Erneuerbare Energien: Fotovoltaik-Entwickler Maxsolar sichert sich Geld für Expansion
Maxsolar entwickelt, baut und betreibt Anlagen für sich selbst und für Dritte.
Foto: MaxSolarFrankfurt. Der oberbayerische Fotovoltaik-Entwickler Maxsolar hat von den Infrastrukturinvestoren Infranity, I Squared Capital und Rivage 410 Millionen Euro erhalten um damit Solarprojekte mit einer Gesamtleistung von zwei Gigawatt zu realisieren. Die Firma ist auf Fotovoltaikanlagen auf freier Fläche sowie auf Dächern gewerblicher Immobilien fokussiert.
Maxsolar profitiert wie einige Wettbewerber vom Boom der erneuerbaren Energien. Unternehmen und Privatkunden zeigen seit Ausbruch des Ukrainekriegs und der Energiekrise reges Interesse an Solaranlagen und Wärmepumpen. Um die starke Nachfrage zu befriedigen, bauen Firmen ihre Kapazitäten auf. Konkurrenten wie Enpal und 1Komma5 Grad hatten zuletzt in Finanzierungsrunden Investorengelder von je 215 Millionen Euro eingesammelt. Rivale Energiekonzepte Deutschland (EKD) sucht derzeit ebenfalls nach neuen Geldgebern. Während diese Firmen vor allem auf Endkunden fokussiert sind, wendet sich Maxsolar vorrangig an gewerbliche Kunden.
Das frische Geld fließt bei Maxsolar in Form einer sogenannten Mezzanine-Finanzierung, einer Mischform aus Fremd- und Eigenkapital. Zudem will Maxsolar 1,6 Milliarden an weiterem Fremdkapital für die geplanten Projekte aufnehmen, wie CEO Christoph Strasser dem Handelsblatt sagt.
Das Unternehmen entwickelt, baut und betreibt Anlagen für sich selbst und für Dritte. Nach Inbetriebnahme einer größeren Anlage im September kommt Maxsolar auf rund 200 Megawatt an eigener Stromproduktion. In den Folgejahren sind Projekte mit 400 bis 500 Megawatt jährlich geplant. Die Pipeline an geplanten Projekten summiert sich auf 6,5 Gigawatt. Insgesamt hat die Firma schon Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von einem Gigawatt installiert.
Maxsolar hat gut 200 Beschäftigte. „Der Flaschenhals bei der Solarenergie sind die Baukapazitäten“, sagt Strasser. „Wir haben dafür ausreichend Fachkräfte und helfen zudem örtlichen Handwerkern bei Themen wie der Zertifizierung von Fotovoltaikanlagen.“
Das Traunsteiner Unternehmen mit Standorten auch in Berlin und Hamburg ist zu 65 Prozent in der Hand der Private-Equity-Firma Nature Infrastructure Capital, die zum Londoner Hedgefonds Covalis gehört. Der Rest gehört der seit 2021 börsennotierten Firma Greenvolt, gegründet von João Manso Neto, dem Ex-CEO der Erneuerbare-Energien-Tochter des portugiesischen Versorgers EDP.
Beim Verkauf von Maxsolar von den Gründern an die Investoren 2022 wurde das Unternehmen mit 75 Millionen bewertet. 85 Prozent des Geschäfts von Maxsolar entfällt auf Solarenergie, der Rest auf Projekte etwa im Bereich Nahwärme oder Stromspeicherung.