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Dax-UmfragePolarisierung unter den Anlegern steigt – Das dürfte einen neuen Trend auslösen

Am Aktienmarkt bilden sich zwei Lager mit gegensätzlichen Erwartungen an den Dax. Daraus ergibt sich eine spannende Ausgangslage für die kommenden Handelstage.Jürgen Röder 10.07.2023 - 15:01 Uhr Artikel anhören

Der Kursrutsch in der vergangenen Handelswoche um 3,4 Prozent hat auch die Stimmung unter den Anlegern belastet.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Stimmung der Anleger spaltet sich derzeit in zwei Lager auf. Die wahrscheinliche Folge dieser Entwicklung: Die mehrmonatige Seitwärtsphase dürfte in einen neuen Trend übergehen. Das lässt sich aus der aktuellen Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment und weiteren Indikatoren ableiten.

Für den Sentimentexperten Stephan Heibel, der die Handelsblatt-Erhebung auswertet, hat es den Anschein, dass viele Anleger aktuell eine Entscheidung am Aktienmarkt wollen. Schließlich gab es seit Anfang April eine Seitwärtsbewegung in einer Spanne von rund 700 Zählern.

Das eine Lager wird von den Privatanlegern gebildet. Sie haben die bislang milde Abwärtsbewegung umgehend für den Aufbau von Positionen genutzt, gleichzeitig ihre Absicherungen mit Put-Hebelprodukten gegen weiter fallende Kurse aufgelöst. Damit fallen Privatanleger als Sicherheitsnetz beim nächsten Abwärtsrutsch weg.

Denn diese Put-Derivate, die bei fallenden Kursen im Wert steigen, funktionieren praktisch wie Leerverkäufe. Das bedeutet vereinfacht formuliert: Kauft ein Anleger ein Put-Produkt auf den Dax, wird zunächst der Leitindex verkauft. Bei einem Verkauf des Derivats muss der Dax wieder zurückgekauft werden, was den Kurs steigen lässt.

Institutionelle Anleger als zweites Lager haben ihre Absicherungspositionen hingegen ausgebaut – sei es, um den Sommer unbesorgt genießen zu können, oder auch, um für weiter fallende Kurse gewappnet zu sein. 

Damit ergibt sich folgende Ausgangslage für die kommenden Handelstage: Entweder haben Privatanleger ihre Absicherungspositionen zu früh aufgelöst, oder aber institutionelle Anleger werden in den kommenden Wochen den Kursen hinterherlaufen.

„Je stärker solch eine Polarisierung ist, desto heftiger wird die Kursreaktion, wenn die Aktienmärkte in die eine oder andere Richtung ausbrechen“, erläutert Heibel. Seiner Meinung nach steht die Richtung, in der das Börsenbarometer steigen oder fallen wird, noch nicht fest.

Deswegen lautet sein Ratschlag: „Vielleicht ist es daher am besten, die heißen Sommertemperaturen zu genießen und ein wenig defensiver, also mit einer höheren Cash-Position, abzuwarten, für welche Richtung sich die Aktienmärkte entscheiden.“ 

Aktuelle Umfragedaten

Der Kursrutsch in der vergangenen Handelswoche um 3,4 Prozent hat auch die Stimmung unter den Anlegern belastet. Der aktuelle Sentimentwert von minus 4,7 Prozent ist der tiefste des laufenden Jahres. Noch vor einer Woche zeigte das Barometer mit plus 0,1 eine neutrale Stimmung. Verunsicherung macht sich wieder breit, der Wert für Selbstgefälligkeit/Verunsicherung ist auf minus 4,5 gefallen, nach minus 0,7 in der Vorwoche.

Wie zum Trotz steigt die Zukunftserwartung auf einen Wert von plus 0,9 und somit auf den zweithöchsten Wochenwert des Jahres an. Lediglich am 23. Januar gab es mit plus 1,5 einen höheren Wert. Die Rally der vergangenen Monate wurde von großer Skepsis begleitet. Doch nun führt der erste Rückschlag sofort zu einem opportunistischen Optimismus.

Und so springt auch die Investitionsbereitschaft von plus 0,7 in der Vorwoche auf plus 1,4. Es hat den Anschein, dass viele Anleger auf diesen Rückschlag gewartet haben, um nun Positionen aufzubauen, die sie in den vergangenen Monaten gerne gehabt hätten.

Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, ist auf plus drei gesprungen. Damit liegen nun mehr Call- als Put-Hebelprodukte in den Depots der Anleger. Dieser Anstieg zeigt: Die Absicherungspositionen mit dem Put-Produkten, die seit April gehalten wurden, wurden nun endlich geschlossen.

Institutionelle Anleger hingegen, die sich über die Frankfurter Terminbörse Eurex absichern, erhöhen ihre Absicherungspositionen. Das Put-Call-Verhältnis von 1,7 zeigt eine leicht erhöhte Absicherungsneigung.

Das Put-Call-Verhältnis der Chicagoer Terminbörse CBOE in den USA hingegen ist gefallen und zeigt, dass die US-Anleger eher auf wieder steigende Kurse setzen. US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote von 76 auf 83 Prozent leicht erhöht.

Die Bulle-Bär-Differenz der US-Privatanleger steht bei plus 22 Prozent und zeigt einen deutlichen Überhang an Optimisten an. Der Anteil der Bullen liegt bei 46 Prozent, entsprechend sind 24 Prozent „bearish“ gestimmt.

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