Geldpolitik: Fed-Vertreterinnen für Fortsetzung des Straffungskurses
Laut der Präsidentin der Fed-Filiale von Cleveland hat die US-Wirtschaft in diesem Jahr mehr Stärke gezeigt als erwartet.
Foto: ReutersNew York. Die US-Notenbank Federal Reserve sollte aus Sicht zweier Währungshüterinnen an ihrem Zinserhöhungskurs festhalten. Laut der Präsidentin der Fed-Filiale von Cleveland, Loretta Mester, hat die US-Wirtschaft in diesem Jahr mehr Stärke gezeigt als erwartet. Zudem sei die Inflation hartnäckig hoch geblieben, sagte sie am Montag in einer Rede in San Diego
„Um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf einem nachhaltigen und zügigen Pfad zurück zu zwei Prozent befindet, muss der Leitzins meiner Meinung nach von seinem derzeitigen Niveau aus noch etwas weiter ansteigen“, sagte sie. Dann müsse er eine Weile dort verbleiben, während die Fed mehr Informationen zur Entwicklung der Wirtschaft sammle. Auch laut ihrer Kollegin Mary Daly, der Präsidentin des Notenbank-Bezirks San Francisco, kann sich die Fed noch nicht zurücklehnen.
Die US-Notenbank hatte nach zehn Zinserhöhungen in Folge im Juni eine Pause eingelegt und die Leitzins-Spanne von 5,0 bis 5,25 Prozent beibehalten. Laut dem Fed-Protokoll zur Juni-Sitzung hatte sich die Mehrheit der Währungshüter auf dem Treffen für eine Zinspause ausgesprochen.
Allerdings sahen sie bei den Sätzen noch Luft nach oben. Beinahe alle Mitglieder im Offenmarktausschuss, der über die Zinsen entscheidet, erwarteten laut dem Protokoll weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf. Die nächste Zinssitzung ist für den 25. und 26. Juli angesetzt.
Mester nannte in ihrer Rede keinen Zeitplan für weitere Schritte. Sie verwies darauf, die Maßnahmen der Fed trügen dazu bei, das Gleichgewicht in der Wirtschaft wiederherzustellen. Allerdings liefen die Inflation und der Arbeitsmarkt im Vergleich zu dem, was für eine Abkühlung des Preisdrucks nötig wäre, nach wie vor aus dem Ruder. „Das Kernmaß zeigt an, dass die Inflation hartnäckig hoch und breit angelegt ist“, sagte sie.
Laut Daly sind noch mindestens zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr notwendig, um angesichts eines starken Arbeitsmarktes die Inflation zurückzudrängen. „Wir brauchen wahrscheinlich noch ein paar Zinserhöhungen im Laufe dieses Jahres, um die Inflation wirklich nachhaltig zum Zwei-Prozent-Ziel der Fed zurückzuführen“, sagte sie auf einer Veranstaltung der Brookings Institution in Washington.
Die Risiken, zu wenig zu unternehmen, seien immer noch größer als die Risiken, zu viel zu machen. Aber die Balance zwischen diesen werde mittlerweile besser. Daher sei es richtig, dass die Notenbank die Zinsen langsamer anhebe als im vergangenen Jahr.