Windkraftanlagen: Ruiniert der Technologiewettlauf die Windrad-Branche?
Die technischen Sprünge bei der Entwicklung von Windrädern werden immer größer.
Foto: IMAGO/Jochen TackMünchen, Düsseldorf. Gerade mal 50 Meter maßen die ersten Windräder in den 90er-Jahren. Heute reichen die Anlagen bis zu 150 Meter in den Himmel. Konnte ein Windrad in den Anfangszeiten rein rechnerisch gerade mal 133 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen, sind es heute über 20.000. Die technische Entwicklung der Windkraft ist rasant. Aber sie hat ihren Preis.
Zu spüren bekommt das aktuell vor allem der Turbinenhersteller Siemens Gamesa. „Die Industrie wäre gut beraten zu prüfen, ob dieses ‚immer schneller, immer höher, immer weiter‘ sinnvoll ist“, heißt es in Industriekreisen. Irgendwann komme man an die physikalischen Grenzen.
Im Falle von Siemens Gamesa, einem der führenden Windanlagenbauer der Welt, zeigt sich das Dilemma einer ganzen Branche. Die Siemens-Energy-Tochter hatte die neue Turbinengeneration 5.X auf den Markt gebracht. Doch führen Qualitätsprobleme nun zu einer Milliardenbelastung, der Aktienkurs ist eingebrochen. Der Druck sei einfach zu groß gewesen, „wir hatten kein anderes Produkt, mussten aber nachlegen“, berichtet ein Brancheninsider. Das Technologierennen hat mittlerweile für die ganze Branche ein ruinöses Ausmaß erreicht.