Wirecard-Prozess: Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek äußert sich über seinen Anwalt
Vor etwa drei Jahren ist der Manager untergetaucht.
Foto: dpaDüsseldorf. Der frühere Wirecard-Vorstand Jan Marsalek hat sich in einem mehrere Seiten langen Schreiben zu dem Münchener Prozess um den Milliardenbetrug bei dem einstigen Dax-Konzern geäußert. Das haben das Landgericht München I und die Staatsanwaltschaft München dem Handelsblatt bestätigt. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ über das Dokument berichtet.
Verfasst hat das Schreiben offenbar Anwalt Frank Eckstein im Auftrag seines Mandaten. Wirecard ist im Juni 2020 zusammengebrochen, nachdem der Zahlungsdienstleister einräumen musste, dass 1,9 Milliarden Euro angebliches Treuhandvermögen fehlten. Marsalek ist seitdem auf der Flucht und wird in Russland vermutet.
Den Münchener Prozess im größten Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte verfolgt Marsalek offenbar mit regem Interesse. Warum er sich ausgerechnet jetzt aus der Deckung wagt, ist unklar. Fest steht, dass sein Schreiben zu einem brisanten Zeitpunkt bei der 4. Strafkammer eingegangen ist – und vor allem seinen früheren Chef freuen dürfte.
In München sind Wirecards früherer Vorstandschef Markus Braun, der ehemalige Dubai-Statthalter Oliver Bellenhaus und der Ex-Chefbuchhalter Stephan von Erffa angeklagt. Marsalek äußert sich in dem Schreiben nicht nur zu seinen ehemaligen Weggefährten, sondern auch zum Knackpunkt des Verfahrens: dem angeblichen Drittpartnergeschäft.