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GesundheitskonzernFresenius kommt im Kerngeschäft gut voran – doch die kleinste Sparte macht Probleme

Der Dax-Konzern wächst mit Medikamenten und seinen Helios-Krankenhäusern. Doch die Dienstleistungssparte Vamed schreibt rote Zahlen – und soll darum umgebaut werden.Maike Telgheder 02.08.2023 - 09:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Gesundheitskonzern will seine Dienstleistungssparte Vamed mit einem Restrukturierungsprogramm wieder fit machen.

Foto: dpa

Frankfurt. Probleme in der Dienstleistungssparte Vamed trüben ein ansonsten recht erfolgreiches zweites Quartal beim Gesundheitskonzern Fresenius. Der Dax-Konzern konnte seinen Umsatz um drei Prozent auf 10,4 Milliarden Euro steigern – währungsbereinigt betrug der Zuwachs sieben Prozent.

Das operative Ergebnis schrumpfte gegenüber dem Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 956 Millionen Euro. Rechnet man aber Sondereffekte wie eine Unterstützungszahlung bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care aus dem Vorjahr heraus, erhöhte sich das operative Ergebnis währungsbereinigt um 15 Prozent. Der bereinigte Konzerngewinn schrumpfte wegen der negativen Entwicklung bei Vamed und gestiegener Kosten um 17 Prozent auf 375 Millionen Euro.

An der Börse kamen die Zahlen von Fresenius schlecht an – die Aktie gab nach Börseneröffnung drei Prozent nach.

„Wir halten das Tempo hoch“, sagte der seit Oktober amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Sen. Die Neuausrichtung werde konsequent und zügig umgesetzt und zeige Wirkung.

Die beiden Kerngeschäftsbereiche, die Medikamentensparte Kabi und die Krankenhaustochter Helios, haben ihren Umsatz stärker als erwartet gesteigert. Und die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) hat nach Jahren mit starken Gewinnrückgängen im zweiten Quartal wieder eine positive Geschäftsentwicklung abgeliefert. Die Entflechtung von FMC, die den Mutterkonzern Fresenius in den vergangenen Jahren stark gebremst hat, kommt wie geplant voran.

Fresenius wird sich künftig auf Kabi und Helios konzentrieren und sieht FMC und auch Vamed als Finanzbeteiligungen. Von Vamed will man sich perspektivisch trennen, aber erst einmal gibt es hier für Fresenius operativ noch einiges zu tun, denn die Sparte machte im zweiten Quartal 31 Millionen Euro Verlust.

Was Fresenius bei Vamed plant

Vamed, die im vergangenen Jahr mit rund zwei Milliarden Euro Umsatz nur rund vier Prozent zum Konzernumsatz von Fresenius beigetragen hat, plant, errichtet und betreibt Gesundheitseinrichtungen. Weil Geschäftsaktivitäten aufgegeben und Wertberichtigungen vorgenommen wurden, fielen hier im zweiten Quartal negative Sondereffekte in Höhe von 332 Millionen Euro an, die allerdings zum größten Teil nicht zahlungswirksam sind. Das berichtete Konzernergebnis fiel deshalb um mehr als drei Viertel auf 80 Millionen Euro.

Ein verschärftes Restrukturierungsprogramm soll nun im vierten Quartal operativ die Wende bringen. Dabei stellt sich Fresenius auf weitere Aufwendungen in Höhe von 200 bis 250 Millionen Euro für weitere potenzielle Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten ein, wovon etwa 60 bis 80 Millionen Euro auch zahlungswirksam werden sollen.

Die Analysten von JP Morgan hatten sich bereits auf Wertberichtigungen und Sondereffekte sowie einen Verlust bei Vamed eingestellt. Die Fortschritte bei Fresenius Medical Care lagen im Rahmen der Analystenerwartungen, heißt es von Jefferies.

Positiv wird die Entwicklung bei der Medikamentensparte Kabi gewertet, die um sechs Prozent (währungsbereinigt elf Prozent) auf zwei Milliarden Euro Umsatz zulegte, unter anderem dank neuer Produkte im Bereich Biopharma und Medizintechnik. Das operative Ergebnis kletterte um fünf Prozent auf 285 Millionen Euro. Mit einer operativen Marge von 14,2 Prozent erreichte die Sparte die Anfang des Jahres vom Management ausgegebene Margenbandbreite von 14 bis 17 Prozent.

Auch die Kliniktochter Helios hat mit einer operativen Marge von zehn Prozent das vorgegebene Ziel erreicht. Der Umsatz legte vor allem dank einer starken Entwicklung in Spanien und Lateinamerika um sechs Prozent (währungsbereinigt sieben Prozent) auf 3,1 Millionen Euro zu. In Deutschland wuchs Helios um vier Prozent auf 1,8 Milliarden Euro Umsatz.

280 Millionen Euro werden eingespart

Das konzernweite Kosten- und Effizienzprogramm kommt nach Angaben des Unternehmens gut voran, wobei Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi den größten Beitrag leisten. Im ersten Halbjahr des Jahres wurden rund 280 Millionen Euro an strukturellen Kosteneinsparungen auf Ebit-Ebene erzielt und damit rund 55 Prozent der für 2023 insgesamt geplanten Einsparungen.

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Nachdem die Hauptversammlung von Fresenius Medical Care im Juli den Weg für die Loslösung des Dialysespezialisten vom Mutterkonzern Fresenius freigemacht hat, wird FMC noch in diesem Jahr von einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Fresenius muss FMC dann nicht mehr voll bilanzieren.

Deshalb plant Fresenius-Chef Sen beim Konzernausblick für das Geschäftsjahr nunmehr ohne die Dialysetochter. So will Fresenius den Umsatz organisch im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern. Das währungsbereinigte Ebit des Konzerns soll ohne Fresenius Medical Care in etwa stabil bleiben, kann aber auch bis zu einem mittleren einstelligen Prozentsatz zurückgehen.

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