Opec: Saudi-Arabien verlängert Öl-Kürzung um weiteren Monat
Saudi-Arabien kürzt den dritten Monat in Folge freiwillig seine Ölförderung.
Foto: ReutersFrankfurt. Saudi-Arabien verlängert seine einseitige Kürzung der Ölproduktion um einen weiteren Monat. Das Land wird nun auch im September seine Fördermenge freiwillig um eine Million Barrel pro Tag kürzen. Das berichtet die staatliche Saudi Press Agency und beruft sich dabei auf eine offizielle Quelle aus dem Energieministerium.
Diese bestätigte demnach, dass diese weiteren Kürzungen die Maßnahmen der Ölförderorganisation Opec plus zur Stabilität des Ölmarkts unterstützen sollen. Der September wird somit der dritte Monat in Folge sein, in dem das größte Mitglied des Ölkartells seine Ölförderung um eine Million Barrel pro Tag kürzt.
Ursprünglich hatte sich das Königreich beim Treffen des Ölkartells Opec Anfang Juni zu diesem freiwilligen Schritt entschieden und angekündigt, er könne jeden Monat verlängert werden. Die Produktion Saudi-Arabiens wird im September bei etwa neun Millionen Barrel pro Tag liegen.
Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters sank die Opec-Ölproduktion im Juli, als Saudi-Arabien zum ersten Mal freiwillig weniger Öl pumpte, um 840.000 auf 27,34 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der niedrigste Stand seit September 2021. Saudi-Arabien reduzierte seine Fördermenge der Umfrage zufolge im Vergleich zum Juni um 860.000 Barrel pro Tag, die Kürzung fiel also etwas niedriger aus als angekündigt.
Marktbeobachter haben damit gerechnet, dass Saudi-Arabien seine Maßnahme auch auf den September ausweiten wird, wie auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Obwohl der Ölpreis mittlerweile gestiegen ist und seit knapp zwei Wochen über 80 Dollar notiert, wird er weiterhin von den schwachen Wirtschaftsindikatoren aus China und die Angst vor einer Rezession in den USA belastet.
Verteidigung des Ölpreises ist teuer für Saudi-Arabien
Zuletzt hat sich in den USA die Stimmung jedoch aufgehellt: Am vergangenen Donnerstag meldete das US-Handelsministerium, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,4 Prozent gewachsen ist, deutlich stärker als erwartet. Für Banken wie Goldman Sachs oder ING wird ein „soft landing“, also eine weiche Landung der US-Wirtschaft trotz der Zinserhöhungen, dadurch immer wahrscheinlicher.
Anfang der Woche kletterten die Rohöl-Futures der Sorte Brent auf ein Dreimonatshoch von über 85 Dollar pro Barrel, sanken am Donnerstagvormittag allerdings wieder auf gut 82 US-Dollar und notieren nun, nach Bekanntwerden der Förderkürzung, bei knapp 84 Dollar.
Die Verteidigung des Ölpreises hat Bloomberg zufolge für die Saudis einen hohen Preis: Der Internationale Währungsfonds stufte die Wachstumsprognosen für das Königreich am deutlichsten herab und geht davon aus, dass das Land in diesem Jahr nur noch um 1,9 Prozent wachsen wird, was einem Bruchteil der Leistung von 2022 entspricht.
Am Freitag wird sich der gemeinsame ministerielle Überwachungsausschuss der Opec-plus-Allianz treffen, um zu überprüfen, wie sich die Förderkürzungen auf den Ölmarkt ausgewirkt haben. Auch Russland kündigte laut Reuters an, seine Ölexporte im September um 300.000 Barrel pro Tag zu senken. Allerdings hatte sich Russland zuvor verpflichtet, seine Ölproduktion bis Jahresende um rund 500.000 Barrel pro Tag zu reduzieren.
Erstpublikation: 03.08.2023, 16:14 Uhr.