Märkte Insight: Zu viel Optimismus an der Börse ist gefährlich

Die New Yorker Handelsblatt-Korrespondentin Astrid Dörner erklärt, warum die Märkte gerade vor einer neuen Bewährungsprobe stehen könnten.
Foto: GettyAnfang des Jahres gab es eigentlich keine Zweifel: Die US-Wirtschaft muss in eine Rezession rutschen, da waren sich die meisten Ökonomen einig. Schließlich war die Notenbank Federal Reserve (Fed) dabei, die Zinsen im Rekordtempo anzuheben. Und sie war noch lange nicht am Ziel. Doch es sollte anders kommen.
Seit Wochen sprechen Volkswirte und Marktexperten vermehrt über die sogenannte „weiche Landung“ – das ist ein Szenario, bei dem die Inflation zurück auf das von den Geldpolitikern anvisierte Zwei-Prozent-Ziel fällt, ohne dass es zu einer Rezession kommt.
Ökonomen von Großbanken wie JP Morgan Chase und der Bank of America haben vergangene Woche ihre Prognosen zurückgenommen und erwarten nun doch keine Rezession in diesem Jahr.
„Es ist schon ironisch: Die am meisten antizipierte Rezession aller Zeiten wird nicht mehr erwartet“, kommentiert der unabhängige Kapitalmarktberater Ed Yardeni. Das sind eigentlich gute Nachrichten für die Aktienmärkte, die sich, wie die Kursgewinne der vergangenen Wochen zeigen, ohnehin über die schlechten Prognosen hinweggesetzt haben.