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SmartphoneStrahlung bei iPhone 12 – Apple widerspricht französischen Behörden

Die französische Strahlenaufsicht hatte eine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt und einen Verkaufsstopp gefordert. Apple beruft sich dagegen auf Überprüfungen in zahlreichen Staaten. 13.09.2023 - 14:04 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die französische Strahlenaufsicht ANFR hatte bei ihren Tests eine leichte Überschreitung der Grenzwerte festgestellt und einen Verkaufsstopp gefordert.

Foto: dpa

Paris. In der Diskussion um überhöhte elektromagnetische Strahlung beim iPhone 12 hat Apple den französischen Behörden am Mittwoch widersprochen. Das Smartphone halte internationale Grenzwerte ein, teilte der US-Technologiekonzern mit. Überprüfungen durch zahlreiche Staaten hätten dies bestätigt.

Die französische Strahlenaufsicht ANFR hatte bei ihren Tests eine Überschreitung der Grenzwerte beim iPhone 12 festgestellt und einen Verkaufsstopp der Handys gefordert. Sie kündigte außerdem an, Mitarbeiter in die Filialen des US-Konzerns zu schicken. Sie sollten sicherstellen, dass dort keine weiteren iPhone 12 mehr angeboten würden.

Apple habe zwei Wochen Zeit, zu reagieren, sagte der für die Digitalwirtschaft zuständige Minister Jean-Noel Barrot der Zeitung „Le Parisien“. „Wenn sie das nicht tun, bin ich bereit, einen Rückruf aller im Umlauf befindlichen iPhones 12 anzuordnen. Die Regel ist für alle gleich, auch für die digitalen Giganten.“

Möglicher Rückruf in Frankreich und Rest der EU

Frankreich werde die Testergebnisse den übrigen Staaten der Europäischen Union (EU) zur Verfügung stellen, sagte Barrot weiter. Diese könnten ähnlich entscheiden wie sein Land. „Das könnte einen Schneeball-Effekt auslösen.“ Die Geräte sind allerdings schon einige Jahre alt. Apple präsentierte am Dienstag die neueste Generation dieses Smartphones, das iPhone 15. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach eigenen Angaben lediglich die in der ANFR-Pressemeldung genannten Informationen. Detaillierte Ergebnisse lägen bislang nicht vor.

ANFR prüfte den Angaben zufolge die sogenannte Spezifische Absorptionsrate (SAR). Sie gibt an, wie stark elektromagnetische Strahlung von einem Material aufgenommen und dadurch erwärmt wird. Medizinischen Studien zufolge kann eine zu hohe SAR von Mobiltelefonen bestimmte Arten von Krebs begünstigen.

Die Behörde ermittelte den Angaben zufolge eine SAR von 5,74 Watt je Kilogramm. Dabei sei das Gerät in der Hand gehalten oder in eine Hosentasche gesteckt worden. Der EU-Grenzwert liegt bei 4,0 Watt je Kilogramm. Bei Messungen in Jacken- oder Umhängetaschen sei das Limit eingehalten worden.

„Das Nutzungsszenario, wenn ein Handy in der Hand gehalten oder etwa in der Hosentasche getragen und per Bluetooth zum Telefonieren verwendet wird, ist in der aktuell geltenden Norm für die Hersteller nicht zwingend zur Überprüfung festgelegt“, erläuterte das BfS. Geprüft werde bislang lediglich eine Nutzung am Kopf oder am Rumpf. Änderungen der Test-Szenarien würden aktuell diskutiert.

Auf seiner Internet-Seite macht Apple die SAR für die verschiedenen Varianten des iPhone 12 öffentlich, die allesamt unter den Grenzwerten liegen. Das Unternehmen stellte der ANFR eigenen Angaben zufolge Ergebnisse zahlreicher eigener Tests und Überprüfungen durch unabhängige Labore zur Verfügung. Diese zeigten allesamt unbedenkliche Strahlenwerte.

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Die Nachricht trifft den US-Konzern in schwierigen Zeiten: Der Absatz seiner Smartphones, die rund die Hälfte zum Gesamtumsatz beisteuern, schwächelt weltweit. Darüber hinaus verbot China Insidern und Medienberichten zufolge Staatsbediensteten die Nutzung von iPhones an ihren Arbeitsstätten. Die Regierung in Peking wies dies am Mittwoch allerdings zurück.

In Deutschland ist die Bundesnetzagentur für solche Themen zuständig. Ein Sprecher der Bonner Behörde sagte am Mittwoch, dass das Verfahren in Frankreich eine leitende Funktion für Europa insgesamt habe. „Wenn das Verfahren in Frankreich ausreichend weit fortgeschritten ist, würde die Bundesnetzagentur ein Verfahren für den deutschen Markt prüfen“, sagte er. Man stehe im engen Austausch mit den französischen Kolleginnen und Kollegen.

rtr, dpa
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