Goldman Sachs: Großbank entlässt Topmanager wegen Kommunikationsverstößen
Die Manager wurden wegen Verstößen gegen die Kommunikationsunternehmensrichtlinien entlassen.
Foto: ReutersFrankfurt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat sich von mehreren Führungskräften wegen Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien getrennt. Die Betroffenen hätten gegen die Politik des Unternehmens verstoßen, wonach sich Mitarbeiter nur über vom Unternehmen genehmigte Kommunikationskanäle zu Unternehmensangelegenheiten äußern dürfen, heißt es in einem internen Memo, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag.
Die betroffenen Mitarbeiter nannte das Unternehmen in dem Memo nicht namentlich. „Wir werden uns nicht zu individuellen disziplinarischen Angelegenheiten äußern“, teilte das Wall-Street-Haus mit. Aber die Bank erwarte, dass alle Mitarbeiter sich strikt an die hauseigenen Regeln für die Kommunikation halten.
Hari Moorthy, der Leiter des Bereichs Transaction Banking, musste die Bank verlassen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider. Demnach wird Philip Berlinski, der Treasurer der Bank, zusammen mit Akila Raman und Luc Teboul das Tagesgeschäft des Transaction Banking übernehmen.
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Berlinski werde kommissarisch auch das Finanztechnologie- und Verbrauchergeschäft leiten. Moorthy wird auf der Webseite der Aufsichtsbehörde Finra bereits nicht mehr als registrierter Broker geführt.
Die Transaktionsbank gehört zu jenen Geschäftsbereichen, die Goldman ausbauen will, um stabilere Einnahmen zu schaffen und die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking zu verringern. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit war die Cash-Management-Plattform für Unternehmen TxB 2020 in den USA gestartet, ein Jahr später folgte Großbritannien und 2022 die EU. Beim jüngsten Investorentag der Bank im Februar betonte Vorstandschef David Solomon, dass der Bereich bereits profitabel arbeite und erst am Anfang seiner Entwicklungsmöglichkeiten stehe. In einem aktuellen Statement betont Goldman, dass die Bank nach wie vor voll hinter dem Geschäftsbereich stehe.
Hohe Strafen für illegale WhatsApp-Botschaften
Die US-Behörden haben in den vergangenen Jahren eine Offensive gegen die Verletzung von Aufzeichnungspflichten gestartet. Dabei geht es darum, dass Banker und Bankerinnen systematisch über Jahre hinweg geschäftlich relevante Botschaften auf ihren persönlichen Telefonen über private Kommunikationskanäle wie WhatsApp austauschten.
Bereits im September des vergangenen Jahres verhängten die Terminmarktaufsicht CFTC und die Börsenaufsicht SEC deshalb insgesamt 1,8 Milliarden Dollar an Strafen gegen elf Banken, weil deren Händler nicht autorisierte Messaging-Apps nutzten. Betroffen waren neben führenden US-Instituten die Deutsche Bank und andere europäische Geldhäuser. Goldman musste damals rund 200 Millionen Dollar bezahlen. In diesem August verhängten die amerikanischen Behörden weitere Strafen von insgesamt 555 Millionen Dollar gegen Geldhäuser wie Wells Fargo und die französische Großbank BNP Paribas.
Die Begründung der US-Aufseher war, dass es den Banken durch das Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht möglich war, alle geschäftlich relevanten Botschaften aufzuzeichnen. Von diesen Vorschriften könne es aber keine Ausnahme geben, weil im Falle von Anschuldigungen über Fehlverhalten alle Dokumente eines Unternehmens durchsucht werden können müssten.
Erstpublikation: 14.9.2023, 3.29 Uhr