Immobilien: Wird die Sanierung zum neuen Milliardenmarkt für Berater?
Hoher Sanierungsbedarf in Deutschland: Mehr als 60 Prozent der Wohnhäuser wurden vor der ersten Wärmeschutzverordnung vor 1977 errichtet.
Foto: dpaKöln. Die stark steigenden Zinsen haben gravierende Folgen für den Immobilienmarkt. Viele Menschen können sich ihre Wunschimmobilie nicht mehr leisten. Nach dem Einbruch bei den Immobilienkäufen im Vorjahr zeichnet sich auch 2023 keine Besserung ab.
Das Hamburger Gewos-Institut rechnet auf Grundlage der zum Halbjahr registrierten Geschäfte nur noch mit rund 591.800 Immobilienkäufen. Das wären knapp ein Viertel weniger Abschlüsse als im bereits schwachen Jahr 2022 – und der geringste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Zeitreihe im Jahr 1995.
Der starke Anstieg der Finanzierungskosten wird nicht durch den Rückgang der Kaufpreise ausgeglichen. „Die aktuelle Marktsituation ist weiterhin von einer ausgeprägten Kaufzurückhaltung gekennzeichnet“, sagt Sebastian Wunsch, Bereichsleiter immobilienwirtschaftliche Analysen beim Gewos-Institut.
Für Finanzberater bringt diese Entwicklung deutliche Einbrüche bei den Provisionen mit sich. Sie vermitteln weniger Immobiliendarlehen, die eine wichtige Rolle im Geschäftsmodell vieler Finanzberater spielen. Dabei zeichnet sich im Immobilienbereich ein Geschäftsfeld mit großem Potenzial ab: die Sanierung von Gebäuden.
Denn mit dem Gebäudeenergiegesetz und der anstehenden EU-Gebäuderichtlinie steigt der Sanierungsbedarf radikal an. Hintergrund ist das Ziel der Klimaneutralität, das Deutschland 2045 und damit fünf Jahre vor der Europäischen Union erreichen will.