Börse Asien: Deutliche Verluste an den Börsen in Japan und Hongkong – Evergrande wieder im Handel
Die Stimmung an den asiatischen Börsen ist gedrückt.
Foto: Stone/Getty ImagesTokio. Neu entflammte Zinssorgen haben die Börsen in Japan und Hongkong am Dienstag ins Minus gedrückt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,8 Prozent schwächer bei 31.175 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,7 Prozent und lag bei 2275 Punkten. Der Hongkonger Hang-Seng-Index verlor 2,8 Prozent.
Mehrere wichtige Währungshüter der US-Notenbank Fed, darunter Direktorin Michelle Bowman, machten am Montagabend die Hoffnungen der Anleger auf baldige Zinssenkungen zunichte. Sollte die Inflation zu langsam zurückgehen, seien auch weitere Zinserhöhungen denkbar, hieß es. „Higher for longer bleibt im Moment das leitende Narrativ“, sagte Rob Carnell von der Bank ING.
Damit einher gingen auch anhaltend hohe Anleiherenditen und ein starker Dollar. Am Devisenmarkt lag der Fokus daher weiter auf dem japanischen Yen, der sich angesichts der teuren US-Devise der 150er-Marke zum Dollar näherte. Ein solches Niveau könnte Händlern zufolge ein Eingreifen der japanischen Behörden erforderlich machen.
Die Märkte auf dem chinesischen Festland sind seit Freitag bis Ende der laufenden Woche wegen Feiertagen („Goldene Woche“) geschlossen. Auch in Korea ruht der Handel wegen eines Feiertages.
Aktie von Krisen-Immobilienkonzern China Evergrande wieder gehandelt
Nach dem Handelsstopp für die Aktien von Chinas hoch verschuldetem Immobilienriesen China Evergrande sind die Papiere am Dienstag auf dem Parkett in Hongkong wieder gehandelt worden. Die Aktien der Evergrande Group und der Immobilienservice Gruppe von Evergrande würden ab 9.00 Uhr (Ortszeit) wieder gehandelt, teilte die Börse in Hongkong mit. Zuvor hatte die Unternehmensgruppe bekanntgegeben, die Wiederaufnahme des Handels beantragt zu haben.
Am 28. September hatte der Konzern aus dem südchinesischen Shenzhen den Handel mit seinen Anteilen an der Hongkonger Börse gestoppt. Der Immobilien-Gigant steckt seit Jahren in einer schweren Krise und ist mit umgerechnet zig Milliarden Euro verschuldet.
Zudem ermitteln die Behörden laut dem Unternehmen gegen Vorstandschef Hui Ka Yan und weitere Angestellte. Der Vorstand habe aber entschieden, dass keine weiteren Insiderinformationen aus dem Unternehmen veröffentlicht werden müssten, teilte die Gruppe am Montag mit. China Evergrande konnte außerdem zuletzt Termine für die Rückzahlung ausstehender Schulden nach eigenen Angaben nicht einhalten.
Die Anleger ließen die Aktie der Evergrande Group zu Handelsbeginn um 42 Prozent auf 0,46 Hongkong-Dollar (etwa 0,056 Euro) in die Höhe schießen. Kurz danach gaben die Papiere wieder nach. Am Nachmittag pendelte sich die Aktie bei ungefähr 0,39 Hongkong-Dollar ein, einem Plus von rund 20 Prozent.
Der Handelsstopp war nicht der erste für die China Evergrande Group. Ende August konnten die Papiere in Hongkong wieder gehandelt werden, nachdem sie davor mehr als ein Jahr ausgeschlossen waren. Damals rauschte der Kurs um mehr als 80 Prozent in den Keller.