Interview: Migrationsforscher Koopmans warnt: Die Flüchtlingsfrage gefährdet die Demokratie
Um die Migration nach Deutschland besser zu lenken, schlägt Koopmans, Abkommen mit Drittstaaten außerhalb der EU vor.
Foto: dpaBerlin. Wie kann die Zuwanderung nach Deutschland in geregelte Bahnen gelenkt werden? Dazu gibt es viele Ideen, aber keinen Königsweg. Dass sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier jetzt mit einem Appell an Regierung und Opposition eingeschaltet hat, hält Ruud Koopmans für „das richtige Signal“.
Der Niederländer ist einer der führenden Migrationsexperten Europas. Aus seiner Sicht kann das Flüchtlingsproblem nur mit einem „parteiübergreifenden Kompromiss“ gelöst werden. „Das ist nicht einfach, und da werden beide Seiten auch etwas schlucken müssen.“
Im Interview erklärt der Professor an der Berliner Humboldt-Universität, warum die derzeitige Flüchtlingspolitik kaum Wirkung zeigt – und mit welchen Maßnahmen das geändert werden kann.
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Herr Koopmans, die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist stark gestiegen, trotzdem sind wir noch deutlich unter den Höchstständen des Krisenjahrs 2016. Wird die aktuelle Lage überdramatisiert?
Rechnet man die mehr als eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer hinzu, ist die Zahl der Flüchtlinge, die Deutschland im vergangenen und in diesem Jahr aufgenommen hat, ohne Beispiel in der Nachkriegszeit.