Zollstreit mit China: EU verschickt Fragebögen an Autoindustrie
Der Münchener Autobauer BMW hat Post von der EU erhalten.
Foto: ReutersMünchen. Der BMW-Konzern gerät im Zollstreit um Elektroautos zwischen die Fronten der EU und China. „Wir haben jetzt Fragebögen zu unseren aus China importierten Elektroautos bekommen“, sagte Finanzvorstand Walter Mertl am Freitag in München. Konkret geht es um das in China produzierte Modell „iX3“, das BMW in China baut und in Europa verkauft.
Die Fragebögen sind Teil einer von der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angestoßenen Wettbewerbsuntersuchung, die der chinesischen Autoindustrie Preisdumping vorwirft. Die EU verlangt deshalb nun von den Autoherstellern, die in China Elektroautos bauen, Details über Preise und Kosten.
Von der Leyen sprach von „riesigen staatlichen Subventionen“, die chinesische Autohersteller für den Aufbau der Elektromobilität erhielten. Die EU droht mit Strafzöllen, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Autohersteller zu verteidigen.
BMW will Elektrominis aus China importieren
„Ich halte Strafzölle nicht für die richtige Maßnahme“, entgegnet Mertl. Denn damit trifft die EU-Kommission auch den BMW-Konzern. Die Münchener produzieren seit 2021 das Elektro-SUV „iX3“ in China für den Weltmarkt. Und es gibt noch größere Pläne: Gemeinsam mit Great Wall und der BMW-Tochter Mini sollen in China Elektrominis gebaut werden.
Sollte die EU auf die Einfuhr der „E-Minis“ Strafzölle erheben, dürfte nicht nur das chinesische Exportmodell der Münchener wackeln. Noch empfindlicher ist BMW in die andere Richtung.
Das Vorstandsmitglied der BMW Gruppe fürchtet um Auswirkungen auf das Geschäft.
Foto: BMW Group„Wenn das EU-Verfahren dazu führt, dass es am Ende Gegenmaßnahmen aus China gibt, dann kann das größere Auswirkungen auf unser Geschäft haben“, sagte Mertl. Konkret fürchtet er Nachteile für BMWs Geschäft in China, wo der Konzern weltweit ein Drittel seiner Absätze bestreitet.
Möglich wäre etwas, dass die Volksrepublik den Import von Autos aus der EU besteuert. BMW führt, wie Mercedes und Audi, vor allem seine Topmodelle aus Deutschland nach China aus. Alleine von der 7er Limousine, dem größten BMW-Modell, wird jedes zweite gebaut Auto in China verkauft.