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Morning BriefingDemonstrationen in Europa – Kaum Hoffnung auf Frieden in Nahost

Teresa Stiens 23.10.2023 - 06:19 Uhr Artikel anhören
Handelsblatt Morning Briefing

Demonstrationen in Europa: Kaum Hoffnung auf Frieden in Nahost

23.10.2023
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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Bilder des Wochenendes zeigen, wie sehr der Krieg im Nahen Osten die Menschen in Europa bewegt. In Berlin nahmen an einer Kundgebung gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel laut Veranstaltern rund 25.000 Menschen teil. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte die Deutschen dazu auf, zum Schutz des jüdischen Lebens beizutragen.

In anderen europäischen Hauptstädten versammelten sich mehrere Tausend Menschen auf pro-palästinensischen Demos. In Brüssel forderten rund 12.000 Menschen die EU dazu auf, sich für einen Waffenstillstand und ein Ende der israelischen Abriegelung des Gazastreifens einzusetzen. In Paris zählte die Polizei bei einer ähnlichen Veranstaltung rund 15.000 Teilnehmer. Sie skandierten unter anderem „Gaza, Paris ist mit dir“.

Vereinen dürfte die Demonstranten der Wunsch nach Frieden im Nahen Osten. Doch in mir hallen vor allem die Worte des indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie nach. Als er gestern in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen bekam, sagte er: „Frieden will mir im Augenblick wie ein dem Rauch der Opiumpfeife entsprungenes Hirngespinst vorkommen.“
Mit unserem Newsblog können Sie die aktuellen Entwicklungen nachverfolgen.

Rushdies pessimistische Einschätzungen scheinen durch aktuelle Ereignisse bestätigt zu werden. Der „Friedensgipfel“ im ägyptischen Kairo, der allerdings ohne israelische Beteiligung stattfand, blieb am Wochenende ohne Ergebnis.

Israelische Panzer nahe der Grenze zu Gaza.

Foto: Reuters

Unterdessen will Israels Armee ihre Luftangriffe gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen noch einmal verstärken. Armeesprecher Daniel Hagari sagte laut israelischen Medien: „Wir müssen unter den besten Bedingungen in die nächste Phase des Krieges eintreten.“ Ob er mit der „nächsten Phase“ die erwartete Bodenoffensive meinte, sagte er allerdings nicht.

Der Einmarsch israelischer Truppen auf dem Gebiet des Gazastreifens war längst erwartet worden. Das Militär hat bereits Hunderttausende Reservisten einberufen und seine Truppen an der Grenze zum Gazastreifen in Stellung gebracht. Doch warum zögert Israel noch? Ein Handelsblatt-Reporterteam hat sich die möglichen Gründe angeschaut.

Die Schweiz verfügt über ein wahrlich besonderes politisches System. Nicht nur handelt es sich um eine direkte Demokratie, in der die Bevölkerung selbst über Sachfragen entscheidet. Regiert wird die Schweiz von einem siebenköpfigen Bundesrat, der alle vier Jahre vom National- und Ständerat zusammen gewählt wird. Seit einiger Zeit machten sich die Schweizer Grünen Hoffnung, in Zukunft ein Mitglied dieser besonderen Regierung stellen zu können.

Doch mit den gestrigen Wahlen in Deutschlands Nachbarland dürfte diese Hoffnung erstmal zerschlagen sein. Denn die Schweiz rückt politisch nach rechts. Die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) fuhr bei den Parlamentswahlen laut Hochrechnungen mit 29 Prozent der Stimmen den Wahlsieg ein und verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte. Die sozialdemokratische SP dürfte mit 17,4 Prozent zweitstärkste Kraft werden. Die grünen Parteien hingegen verloren deutlich an Zustimmung und müssen ihre Hoffnung auf eine Regierungsbeteiligung somit erstmal begraben.

Der österreichische Immobilienunternehmer René Benko räumt in seinem Firmen-Portfolio auf.

Foto: dpa

Der Immobilienmilliardär René Benko setzte jahrelang auf volles Risiko. Doch jetzt muss er sein verschachteltes Firmengeflecht konsolidieren – und baut dabei auf den erfahrenen Restrukturierer Arndt Geiwitz.

Seit Juni schon ordnet Geiwitz in Benkos Signa Holding den Einzelhandelsbereich neu, berichten Beteiligte. Erste Ergebnisse werden nun sichtbar: Die Tochter Sportscheck wird verkauft, dem Onlinehändler Signa Sports United wird die Eigenkapitalzufuhr gekappt.

Doch das war nur der Anfang, sagten Signa-Insider dem Handelsblatt. Geiwitz soll nicht nur die Handelssparte sanieren, sondern in einem nächsten Schritt auch die gesamte Signa-Gruppe. Weder Geiwitz noch Signa wollten das kommentieren. Doch die Lage ist klar: Der in Bedrängnis geratene Investor räumt sein unübersichtliches Portfolio auf. Dafür stößt er nicht nur Tochterfirmen ab, auch weitere Immobilien sollen auf der internen Verkaufsliste stehen.

Der Kreis der Bewunderer für den 74-jährigen Wolfgang Reitzle ist groß. Häufig wird er als „Managerlegende“, „Kultmanager“ oder sogar „Star-Manager“ beschrieben. Reitzles Erfolge, unter anderem als langjähriger CEO des Industriegase-Konzerns Linde, sprachen lange für sich. Doch kurz vor dem Ende seiner Karriere droht ein Unternehmen dieses hart erarbeitete Image zu trüben: der Autozulieferer Continental.

Zur Wahrheit gehört: Continental geht es schlecht. Das Unternehmen hat seit 2018 an der Börse massiv an Wert verloren. Es fehlt eine zukunftsfähige Strategie. Keine befriedigende Situation für einen Manager von Reitzles Kaliber. Er will den Abwärtstrend selbst stoppen und seinen Vertrag womöglich verlängern – doch es fehlt ihm an Rückhalt.

Eine mögliche Fortsetzung seines Aufsichtsratsmandats stößt in Teilen des Gremiums auf massiven Widerstand. Seine Kritiker machen Reitzle mitverantwortlich für Contis Niedergang. Um sein Vermächtnis zu retten, sucht Reitzle Finanzkreisen zufolge fieberhaft nach einer neuen Strategie für den Hannoverschen Konzern und erwägt dabei sogar, das noch vor Kurzem als Zukunftssparte auserkorene Geschäft mit dem autonomen Fahren in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen – möglicherweise sogar mit Conti als Juniorpartner.

Zum Abschluss noch zu einer Ankündigung, die in die Annalen der deutschen Politikgeschichte eingehen dürfte. Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht will heute verkünden, was schon lange spekuliert wurde: Sie plant die Gründung einer eigenen Partei.

Um jeglichen Machtkämpfen vorzubeugen, hat sich Wagenknecht geschickt im Namen ihres neuen Bündnisses selbst verewigt. „BSW – Für Vernunft und Gerechtigkeit“, soll die neue Partei heißen. „BSW“ steht dabei, ganz bescheiden, für Bündnis Sahra Wagenknecht.

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Dabei hätte es doch noch schönere Namensoptionen gegeben. Wie wäre es mit „Sahras Eigenes Ding“? Abgekürzt mit „SED“.

Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, an dem Sie den Mut haben, Ihr eigenes Ding zu machen.

Herzliche Grüße
Ihre
Teresa Stiens
Redakteurin Handelsblatt

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