Osteuropa: Neue Hoffnung für Polens Unternehmensaktien – Wahl stützt Börse
Der liberal-konservativen Bürgerkoalition um den früheren EU-Ratspräsidenten werden gute Chancen für die kommende Regierungsbildung zugeschrieben.
Foto: IMAGO/EastnewsKöln. Polen hat gewählt – und das hat auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Zwar wurde die seit 2015 regierende rechtsnationalistische PiS erneut stärkste Partei. Vieles deutet aber darauf hin, dass sie keine parlamentarische Mehrheit zustande bekommt. Gute Chancen für eine Regierungsbildung werden stattdessen der liberal-konservativen Bürgerkoalition rund um den früheren EU-Ratspräsidenten Donald Tusk zugeschrieben.
Der MSCI Poland, der die Performance von großen und mittelgroßen polnischen Unternehmen abbildet, hat seit der Wahl am 15. Oktober sechs Prozent, in der Spitze sogar über elf Prozent zugelegt.
„Die alte Regierung hat sehr viel getan, was Polens Aktienmarkt für internationale Anleger unattraktiv gemacht hat. Der Wahlausgang stimmt uns daher optimistisch“, sagt Sven Streibel, Chef-Aktienstratege bei der DZ Bank. Er sieht im Wahlausgang einen Lichtblick für ganz Europa.
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Der Wahlausgang sei insbesondere auch positiv für den polnischen Bankensektor, mit 44 Prozent die mit Abstand größte Branche im MSCI Poland, sagt Streibel: „Die PiS hat Polens Banken unter anderem stark besteuert. Nun könnte ein erstarkender Bankensektor Polens Wirtschaft mit ankurbeln.“ Zwei Aktien und ein ETF sind derzeit einen Blick wert.