Ukraine-Krieg: Russlands Rohstoff-Einnahmen boomen: Versagt der westliche Ölpreis-Deckel?
Die russischen Ölexporte sind zuletzt gestiegen und gehen zu mehr als 50 Prozent nach China und Indien.
Foto: ReutersFrankfurt, Brüssel, Riga. Die westlichen Russlandsanktionen sollten die Kriegsmaschinerie des Kremls lähmen. Doch nach eineinhalb Jahren der Aggression gegen die Ukraine zeigt sich: Den Russen gehen weder Devisen noch Granaten oder Panzer aus. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass es Russland weiterhin gelingt, sein bedeutendstes Exportprodukt auf den Markt zu bringen: Erdöl. Versagt das westliche Sanktionsregime?
Auf den ersten Blick spricht vieles dafür. Der Kreml findet weiterhin Abnehmer für sein Öl. Allerdings hat sich der Aufwand durch die Handelshürden deutlich erhöht. Das bedeutet, dass Russland von den steigenden Ölpreisen nicht in gleichem Maße profitiert wie andere Exporteure – und damit weniger Geld in den Rüstungssektor leiten kann, als es ohne Sanktionen möglich wäre.
Das scheint auch nötig zu sein: Nach den jüngsten Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) sind Russlands Ölexporteinnahmen im August auf den höchsten Stand seit Oktober vergangenen Jahres gestiegen, obwohl die Ausfuhren im Vergleich zum Vormonat gefallen sind. Das zeigt, dass Russland wieder höhere Preise durchsetzen kann.