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Handelsverband DeutschlandArbeitgeber stoppen Tarifrunde im Handel und fordern Spitzengespräch mit Verdi

Der Handelsverband Deutschland zieht aus der festgefahrenen Tarifrunde Konsequenzen. In einem Gespräch mit Verdi wolle man sich auf ein effektives Verhandlungsformat einigen.Frank Specht 06.11.2023 - 18:46 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kündigte am Montag an, keine weiteren Verhandlungen mehr mit Verdi auf Landesebene führen zu wollen.

Foto: dpa

Berlin. In der festgefahrenen Tarifrunde im Handel fordert der Arbeitgeberverband HDE ein Spitzengespräch mit Verdi auf Bundesebene. Der Handelsverband Deutschland (HDE) kündigte am Montag an, keine weiteren Verhandlungen mehr mit der Gewerkschaft auf Landesebene führen zu wollen. „Nach rund 60 Verhandlungsterminen im letzten halben Jahr ist klar, dass wir eine neue Ebene mit unserem Sozialpartner finden müssen“, erklärte HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Da Verdi bislang in keinem der 13 Tarifgebiete ernsthaft verhandelt und auch keine Lösungsvorschläge vorgebracht habe, müsse man jetzt Konsequenzen ziehen. In einem schnellstmöglichen Spitzengespräch mit dem Bundesfachbereich Handel der Gewerkschaft solle man sich „über ein neues effektives Verhandlungsformat“ einigen.

Die Gewerkschaft reagierte empört auf den Vorstoß der Arbeitgeber. „Der HDE-Vorschlag, die Gespräche in den regionalen Tarifrunden zu beenden und lediglich ein sogenanntes Spitzengespräch mit den Konzernvertretern zu führen – also mit genau den Personen, welche bislang monatelang eine Verbesserung der Angebote in den Tarifverhandlungen auf Arbeitgeberseite verhindert haben – ist skandalös und ein einmaliger Vorgang in der Tarifgeschichte,“ sagte Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Verdi-Bundesvorstandsmitglied.

Streiks im Weihnachtsgeschäft würden damit „nahezu unausweichlich“. Zimmer sieht in dem Vorstoß den Versuch der Arbeitgeber, die klein- und mittelständische Struktur im Handel zugunsten der Konzerne zu schwächen. Denn die geben im HDE den Ton an.

In der nach rund sechs Monaten festgefahrenen Tarifrunde im Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel werfen sich beide Seiten Blockadehaltung vor. Verdi hatte Ende Oktober zu bundesweiten Streiks aufgerufen. Der HDE bietet bei einer 24-monatigen Laufzeit des Tarifvertrags ein Plus von mindestens zehn Prozent in zwei Stufen an sowie eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von 750 Euro.

Damit sei „die Schmerzgrenze in der Branche maximal ausgereizt“, betonte Haarke. Die Gewerkschaft fordert im Einzelhandel 2,50 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Stunde, bei zwölf Monaten Laufzeit. Zudem verlangt Verdi ein Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde. Im Groß- und Außenhandel soll es ein tabellenwirksames Plus von 13 Prozent geben beziehungsweise 425 Euro je nach Tarifgebiet für alle Beschäftigten.

Mitte September hatte der HDE erklärt, er empfehle tarifgebundenen Unternehmen, auch ohne Tarifabschluss nun eine freiwillige Entgelterhöhung um 5,3 Prozent zu zahlen. Dieser Empfehlung sind bisher vor allem Konzerne wie die Rewe-Gruppe, Netto, Aldi Nord, die Otto-Gruppe, Lidl oder Kaufland gefolgt.
Mit Material von Reuters.
Mehr: Warum die Tarifeinigung im Handel so schwierig ist

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