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Künstliche IntelligenzKI-Aktionsplan: Stark-Watzinger will „KI-Wirtschaftswunder entfesseln“

Bettina Stark-Watzinger will die KI-Förderung des Forschungsministeriums neu aufstellen. Fachleuten und der Industrie ist das nicht genug. Zu langsam, zu unkonkret, lautet die Kritik.Josefine Fokuhl, Jürgen Klöckner 07.11.2023 - 17:56 Uhr Artikel anhören

Die KI-Strategie der Forschungsministerin Stark-Watzinger stößt auf Kritik.

Foto: Reuters

Berlin. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die großen Potenziale von Künstlicher Intelligenz (KI) für die Wirtschaft besser nutzbar machen. Dazu hat das Haus von Bettina Stark-Watzinger (FDP) einen 36-seitigen KI-Aktionsplan vorgelegt.

Der Plan benennt konkrete Herausforderungen in den Bereichen Infrastruktur, Anwendung und Transfer von der Forschung in die Praxis. Zudem will das Ministerium in dieser Legislaturperiode mehr als 1,6 Milliarden Euro in den Bereich KI investieren.

„Wir haben bereits eine exzellente Basis für das deutsche KI-Ökosystem geschaffen und geben jetzt mit unserem KI-Aktionsplan neue Impulse, damit Deutschland und Europa international eine Spitzenposition einnehmen können, sagte Forschungsministerin Stark-Watzinger bei der Vorstellung des Plans in Berlin.

Besonders wichtige Punkte seien die weitere Stärkung der Forschungsbasis, der Ausbau der KI-Infrastruktur und der Einsatz von KI in der Bildung. Damit sollen große Potenziale in der Wirtschaft entfaltet werden. „Wenn wir es richtig anstellen, können wir ein KI-Wirtschaftswunder entfesseln“, sagte Stark-Watzinger.

Das Ministerium unterstützt sechs KI-Kompetenzzentren und 150 KI-Professuren. Die laufenden 50 Programme zur Erforschung, Entwicklung und Anwendung von KI sollen mit dem Aktionsplan durch „mindestens“ 20 weitere ergänzt werden. Dazu soll die Recheninfrastruktur ausgebaut werden, die dann nicht nur Forschern, sondern auch kleineren Unternehmen und Start-ups zur Verfügung stehen. Fehlende Rechenkapazität gilt als ein zentraler Engpass für die Entwicklung von KI in Deutschland. 

Der KI-Aktionsplan wurde zwar schon Ende August mit Eckpunkten angekündigt. Die Details stellte Stark-Watzinger erst jetzt vor.

Doch das Papier stößt auf große Kritik: Der forschungspolitische Sprecher der Union, Thomas Jarzombek, sprach von „Alleingängen einzelner Ressorts“. Tatsächlich ist der Plan keine Fortschreibung der KI-Strategie der Bundesregierung von 2018, sondern er listet geplante, in der Regel kleinteilige Maßnahmen des BMBF auf.

Zudem ist die derzeitige KI-Strategie der Bundesregierung bereits fünf Jahre alt und stammt noch von der Großen Koalition. Ein gemeinsamer KI-Plan der Ampelkoalition ist allerdings derzeit nicht in Sicht.

Jarzombek kritisierte, dass beispielsweise das Bundeswirtschaftsministerium nicht bei der Mittelstands- und Start-up-Förderung einbezogen wurde. Zudem könne die Ministerin bis heute die angekündigten Investitionen von 1,6 Milliarden Euro „nicht schlüssig“ im Bundeshaushalt nachweisen.

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Der CDU-Politiker fordert, „zügig“ Rechenkapazitäten durch den Ausbau der Supercomputer-Infrastruktur zu schaffen. Zudem solle der Staat auch als Kunde für junge KI-Unternehmen auftreten, „analog zu den erprobten Verfahren bei Trägerraketen und Quantentechnologien“, sagte er.

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Ähnliche Kritik kommt von Rasmus Rothe, CEO der KI-Investmentplattform Merantix. Rothe beklagt, dass Deutschland bei der Technologie auf der Stelle trete. Der Aktionsplan sei ein Kontrast zu den „unglaublich schnellen“ Fortschritten, zuletzt etwa verdeutlicht durch das millionenschwere Investment in das deutsche KI-Unternehmen Aleph Alpha.

„Die gleichen Punkte wie seit eh und je wurden ein weiteres Mal neu aufbereitet, zu ersten Umsetzungen und Ergebnissen erfährt man leider nichts“, sagte Rothe. Seit der Vorstellung der Eckpunkte im August wurde „so gut wie gar nicht auf Kritikpunkte aus dem Ökosystem eingegangen“.
Mehr lesen: In welche Projekte die KI-Millionen von Stark-Watzinger wirklich fließen

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