Krise im Wohnungsbau: Baugenehmigungen brechen um mehr als ein Viertel ein
260.100 neue Wohnungen haben die Bauämter im vergangenen Jahr genehmigt. Das ist der niedrigste Stand seit 2012 und ein Rückgang um 26,6 Prozent beziehungsweises 94.100 Wohnungen im Vergleich zu 2022, meldet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Zahl der Baugenehmigungen gilt als Frühindikator für die Entwicklung der tatsächlichen Bautätigkeit.
Besonders deutlich zeigt sich der Einbruch bei den Ein- und Zweifamilienhäusern, die vor allem von Privatleuten gebaut werden. Hier ging die Zahl der erteilten Baugenehmigungen um 39,1 Prozent auf 47.600 Einfamilienhäuser und um 48,3 Prozent auf 14.300 Zweifamilienhäuser zurück. Rund zwei Drittel der Bauanträge entfallen auf Mehrfamilienhäuser. Hier meldet Destatis einen Rückgang von gut einem Viertel auf 142.600 genehmigte Wohnungen.
Das deutliche Minus bei den Baugenehmigungen ist für Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) kein Grund für Schwarzmalerei. Sie geht davon aus, dass unter anderem die staatlichen Förderprogramme, die robusteren Auftragseingänge im Wohnungsbau und ein stabileres Finanzumfeld die künftige Bautätigkeit stabilisieren. Ökonomen und Verbände fordern die Politik zu grundlegenden Reformen auf.