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Can-Am Spyder RoadsterZwitter-Fahrspaß auf drei Rädern

Man fühlt sich frei wie auf einem Motorrad, aber fährt so bequem wie im Auto. So wirbt der kanadische Bombardier-Konzern für den Can-Am Spyder Roadster. Auf drei Rädern vereint er die Vorteile beider Gattungen. 14.10.2011 - 14:36 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Abenteuer Dreirad: Fahrzeughersteller Bombardier Recreational Products hat Auto und Motorrad zusammengeworfen. Ergebnis ist der Can-Am Spyder Roadster.

Foto: dpa

Berlin. Sie sind ein leidenschaftlicher Motorradfahrer, aber langsam zu alt fürs Abenteuer? Oder Sie haben schon immer vom Motorradfahren geträumt, aber nie die Zeit für den Führerschein gefunden? Dann gehören Sie zu jenem kleinen Kreis von Kunden, für den Bombardier Recreational Products (BRP) den Can-Am Spyder Roadster entwickelt hat. Das Dreirad kann man mit einem Pkw-Führerschein benutzen. Dass der Zweisitzer trotzdem zu den Exoten zählt und die Verkaufszahlen dreistellig bleiben, liegt am ungewöhnlichen Konzept, dem Vertrieb abseits der Autohäuser und am hohen Preis.

Der Spaß beginnt erst bei rund 18.000 Euro. Und das Topmodell ist mit 27.000 Euro teurer als mancher kompakte Sportwagen. Schneemobil mit Rädern Entstanden ist das ungewöhnliche Gefährt aus einer Laune der Entwickler.

Für das Spaßmobil benötigt man keinen Motorradführerschein, eine Pkw-Lizenz tut es auch.

Foto: dpa

Da BRP vor allem Schneemobile baut und die Ingenieure ihre Arbeit im Sommer nicht einstellen wollten, haben sie ihre Ski-Doos kurzerhand mit Rädern bestückt. Das erklärt auch, weshalb der Can-Am im Gegensatz zum klassischen Trike seine zwei Räder vorne und das einzelne, angetriebene Rad hinten hat. Bei den Testfahrten hatten die Kanadier offenbar so viel Spaß, dass sie ihre Prototypen in den Handel brachten.

Bevor man auf den Can-Am steigt, ist eine Einweisung und Training nötig. So können sich Biker und Autofahrer an das ungewohnte Kurvenverhalten gewöhnen.

Foto: dpa

Wer als Autofahrer in den Sattel klettert, muss sich gründlich umstellen: Zwar sehen die Instrumente relativ vertraut aus, und man findet auch auf Anhieb eine bequeme Sitzposition. Doch Gas geben muss man jetzt mit der Hand. Und wenn man der sequentiellen Automatik-Schaltung ins Zeug pfuschen will, macht man das mit dem Daumen. Nur gebremst wird wie beim Auto mit dem Fuß.

Dynamik wie ein Sportwagen

Was man beim Fahren erlebt, kennt man allenfalls von Sportwagen. Weil selbst die Touring-Variante mit elektrisch verstellbarer Frontscheibe, Gepäckfächern, Sitz- und Griffheizung kaum mehr als 400 Kilogramm wiegt, startet das Dreirad wie eine Rakete - und das mit nur zwei Zylindern. Der Motor schöpft aus 1,0 Liter Hubraum 71 kW/100 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 104 Newtonmetern.

Auf Knopfdruck verändert sich die Hinterrad-Federung. Das schafft mehr Komfort beim Fahren.

Foto: dpa

Während die Drehzahl in Regionen schnellt, in denen Autofahrern Angst und Bange wird, schießt das wie ein Insekt aus einem Science-Fiction-Film gezeichnete Dreirad in weniger als fünf Sekunden auf Tempo 100. Und 165 km/h können verdammt schnell sein, wenn man offen im Wind sitzt.

Das Dreirad startet wie eine Rakete: In weniger als fünf Sekunden schießt der Can-Am auf Tempo 100.

Foto: dpa

Ebenfalls für Auto-Umsteiger ungewohnt ist der Verbrauch: Mit dem 25 Liter-Tank schafft man 200 schnelle Kilometer. Auf der Geraden ist die Fahrt selbst für Motorrad-Novizen eine leichte Übung und dank der auf Knopfdruck veränderbaren Hinterrad-Federung auch eine komfortable Angelegenheit. Sobald man etwa beim Überholen von Lastwagen auf den Seitenwind gefasst ist, fühlt man sich ziemlich sicher.

Für den Can-Am Spyder Roadster muss man mindestens 18.000 Euro hinlegen. Das Topmodell kostet 27.000 Euro.

Foto: dpa

Nur beim Kurvenfahren brauchen Autofahrer Übung. Denn sie müssen jetzt wie beim Fahrrad mit der Stange lenken. Für Motorradfahrer ist es ungewohnt, weil sie sich nicht mehr in die Kurve legen können. Zwar verhindert eine Elektronik mit einem Dutzend Steuersystemen das Umkippen. Aber nicht umsonst raten die Verkäufer beiden Fraktionen vor der ersten Spritztour zu einer gründlichen Einweisung. Ohne Training dürfen Frischlinge nicht an den Lenker.

Fazit: Teures Spielzeug für Sonnenstunden Neben dem hohen Preis ist das ungewöhnliche Fahrverhalten wahrscheinlich der wichtigste Grund, weshalb das Dreirad nur ein Exot bleiben wird. Natürlich fährt man den Spyder einfacher als ein Motorrad und fühlt sich darauf freier als in jedem Cabrio. Aber am Ende ist es eben doch nur ein Kompromiss.

Datenblatt: Can-Am Spyder Roadster RTS

Motor und Antrieb: Zweizylinder-Benziner
Hubraum: 998 ccm
Max. Leistung: 71 kW/100 PS
Max. Drehmoment: 104 Nm bei 5.500 U/min
Antrieb: Heckantrieb
Getriebe: Automatisiertes Fünfgang-Getriebe

Maße und Gewichte
Länge: 2.667 mm
Breite: 1.582 mm
Höhe: 1.145 mm
Radstand: k.A.
Leergewicht: 421 kg
Zuladung: 242 kg
Kofferraumvolumen: 155 Liter

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Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: ca. 165 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h: ca. 4,5 Sek.
Durchschnittsverbrauch: 9,2 Liter/100 km
Reichweite: 270 km
CO2-Emission: 219 g/km
Kraftstoff: Super
Schadstoffklasse: EU5

Kosten
Basispreis der Modellreihe: 18.189 Euro
Grundpreis Can-Am Spyder Roadster RTS: 26.849 Euro

Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: 3-Kreis-Bremssystem
Stabilitätssystem
Komfort: Audiosystem , beheizte Griffe, Gepäcksystem
(Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke)

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