Alternativen zum Euro: Anleger flüchten in den Norden
Stockholm, Stadthalle: Touristen bekommen weniger Kronen für den Euro.
Foto: ReutersStockholm. Schweden steht seit langem im Ruf, ein teures Land zu sein. Und gerade in der Urlaubszeit ist der Wechselkurs wichtiger denn je. Allerdings muss der Ruf nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen. Tatsächlich haben sich die Preise nach dem Beitritt zur Europäischen Union 1995 schrittweise an das Niveau anderer Mitgliedsländer angepasst. Abgesehen von hohen Steuern auf alkoholische Getränke mussten Urlauber keinen Preisschock im Land der Mitternachtssonne befürchten.
So war es zumindest in den vergangenen Jahren. Doch wegen der Schuldenkrise bewahrheitet sich das alte Vorurteil nun immer mehr: Schweden ist nämlich derzeit ein teures Urlaubsland, da der Euro gegenüber der Krone stark abgewertet hat. Ende vergangener Woche sank der Wechselkurs auf das niedrigste Niveau seit elf Jahren. Musste man im Mai noch 9,17 Kronen für einen Euro bezahlen, kostete die Gemeinschaftswährung gestern nur noch 8,62 Kronen. Seit 2010 hat der Euro gegenüber der Krone rund zehn Prozent verloren.
Die Attraktivität der schwedischen wie auch der norwegischen Krone hängt mit den gesunden Staatsfinanzen beider Länder zusammen. Schweden und Norwegen werden von den Ratingagenturen mit der höchsten Bonitätsnote bewertet. In turbulenten Zeiten suchen Anleger nach sicheren Investments, und da erscheinen die beiden Währungen als guter Zufluchtsort.