Abwertungswettlauf stoppen: Friedensgrüße im Währungskrieg
Yen, Yuan und Dollar: Der weltweite Abwertungswettlauf hat längst begonnen.
Foto: ReutersDüsseldorf. „Japan hat die Welt verändert“, schrieben kürzlich Devisenexperten von Morgan Stanley - und die galten bisher nicht als Anhänger von Dramatisierungen. Mit seinem Handeln würde das Land die anderen Notenbanken provozieren. Außerdem beobachten die Fachleute rund um den Globus besorgte Politiker, die um ihre nationale Wettbewerbsfähigkeit fürchten und sich für eine „aggressive“ Währungspolitik einsetzten.
Die Welt ist auf dem besten Weg, in einen Währungskrieg zu schlittern, fürchten immer mehr Analysten. Die wichtigsten Anzeichen: Die Notenbanken fluten die Märkte mit ihrer eigenen Währung, halten die Zinsen niedrig, kaufen Staatsanleihen auf – und sie folgen verstärkt den Vorgaben der Politik, die mit Konjunkturprogrammen die Unternehmen ihrer Länder unterstützen.
Die Ferderal Reserve in den USA hat jede Zurückhaltung aufgegeben, Mark Carney hat für die der Bank of England das Paradigma ausgerufen, sich in Notfällen auf das nominale Wirtschaftswachstum zu konzentrieren. Die Schweizer Notenbank verteidigt eine Obergrenze für den Franken mit "unbegrenzten Devisenkäufen". „Ich erkenne die Gefahr einer kompetitiven Abwertung“, sagt EU-Währungskommissar Olli Rehn dem österreichischen Magazin „Profil“. Noch weiter geht der Wirtschaftsweise Peter Bofinger: Es herrsche Anarchie unter den Zentralbanken, sagte er der FAZ. „Und in der Anarchie gewinnt meistens der, der sich am meisten traut, der besonders skrupellos vorgeht.“