Auktion in London: Langes Bietgefecht um Gartentür von Freddie Mercury
Die Abendauktion begann erst, nachdem der Saal in den Gesang des Hits „We Will Rock You“ eingestimmt hatte. Darauf folgte das Bietgefecht um die mit Graffiti besprühte Gartentür. Sie ist links am Rand zu sehen.
Foto: Sotheby'sDüsseldorf. Im Londoner Auktionssaal von Sotheby's ging am Mittwoch die erste von sechs Auktionen der nie zuvor gezeigten Privatsammlung von Freddie Mercury über die Bühne. Die Abendauktion in festlicher Garderobe begann erst, nachdem der Saal in den Gesang des unsterblichen Hits „We Will Rock You“ eingestimmt hatte. Darauf folgte ein nahezu 15 Minuten dauerndes Bietergefecht um das erste Los, eine mit Graffiti besprühte Gartentür des Queen-Frontmanns. Sie wechselte für mehr als 400.000 Pfund den Besitzer. Die Tür ist überzogen mit Fan-Huldigungen.
Mehr als 6000 Menschen verfolgten die Versteigerung im Internet. Viele zeigten sich allerdings auch befremdet, dass „Heiligtümer“ wie sein Flügel, der für 1,74 Millionen Pfund unter dem Schätzwert verkauft wurde, an den Meistbietenden ging.
„A World of his Own“ ist die Auktion betitelt, die für 59 Lose insgesamt 12,2 Millionen Pfund brachte. Viereinhalb Stunden dauerte der Versteigerungsmarathon mit Teilnehmern aus 61 Ländern für die Auswahl an Kunstwerken, Objekten, Kostümen und Songtexten.
Der 1991 verstorbene Mercury hatte sein Haus in Kensington seiner engen Freundin Mary Austin vermacht. Mehr als 32 Jahre nach seinem Tod verkauft Austin nun den Hausrat. Ein Teil des Erlöses ist für wohltätige Zwecke bestimmt.
Das Spitzenlos der Auktion, Mercurys Yamaha-Flügel (1973) – das Instrument, mit dem er einige seiner größten Songs komponierte, darunter „Bohemian Rhapsody“, „Don't Stop Me Now“ und „Somebody to Love“ging für 1.742.000 Pfund an einen Online-Bieter.
Die eigenhändig geschriebenen Songtexte für „Bohemian Rhapsody“ (ca. 1974) erzielten 1,38 Millionen Pfund und gingen an einen Online-Bieter. Das Autograph der größten Hymne von Queen, „We Are The Champions“ (1977), spielte 317.500 Pfund ein.
Der Flügel fand schon für 1,74 Millionen Pfund einen neuen Besitzer. Geschätzt war er auf 2 bis 3 Millionen Pfund.
Foto: Sotheby'sVersteigert wurden auch Kostüme von Freddie Mercury, darunter für 635.000 Pfund das Ensemble aus Krone und Umhang, das er am Ende jedes „The Magic Tour“-Auftritts von Qeen trug.
Viele der Objekte wurden für ein Vielfaches ihres Katalogpreises verkauft. Dazu gehörte auch eine fünf Zentimeter große Fabergé-Schatulle mit einem Listenpreis von 6000 bis 8000 Pfund, die für 95.250 Pfund versteigert wurde. Ein silberner Schlangenarmreif, den Mercury im Video zu Queens „Bohemian Rhapsody“ trug, wurde für 698.500 Pfund verkauft. Der Schätzwert lag bei etwa 9000 Pfund.
Mercurys Queen-Bandkollege Brian May kritisierte den Verkauf der Hinterlassenschaften. Am Vorabend der Versteigerung schrieb er auf Instagram: „Morgen werden Freddies intimste persönliche Gegenstände und Schriften, die Teil dessen waren, was wir so viele Jahre lang geteilt haben, unter den Hammer kommen, um dem Höchstbietenden zugeschlagen zu werden und für immer zerstreut zu werden. Ich kann nicht hinsehen. Für uns, seine engsten Freunde und seine Familie, ist das zu traurig.“
Viele seiner Fans sahen es ähnlich und brachten ihren Unmut über den Verkauf in den Sozialen Medien zum Ausdruck. Thomas Williams, einer der Direktoren von Sotheby's, konterte gegenüber dem „Guardian“: „Massen von Menschen werden in der Lage sein, für ein kleines Stück von Freddie zu bieten.“
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