Auktionen 2017: Die Preise auf dem Kunstmarkt steigen sprunghaft
Berlin. Wenn wir den Pressemeldungen der größten Auktionshäuser vertrauen, war es eine brillante Saison. Tatsächlich hat sich in den Versteigerungen in New York, London, Paris und Hongkong im ersten Halbjahr 2017 einiges mehr getan als im Vorjahr. Ein Paradebeispiel sind die Auktionen impressionistischer und moderner Kunst von Sotheby’s und Christie’s. Im Frühjahr 2016 waren die entsprechenden Umsätze um 47 respektive 39 Prozent abgesackt. Hauptgründe waren der Mangel an hochkarätigen Werken und die Scheu vor überzogenen Schätzpreisen.
Nachdem es im Herbst 2016 schon besser gelaufen war, galten die Resultate von Februar, Mai und Juni 2017 mit ihren Rekordnotierungen für Kandinsky, Beckmann, Miró, Max Ernst und Brâncusi in der angelsächsischen Presse schon als Signale einer neuen Hochpreiswelle. Doch Vorsicht ist angebracht. Eine Saison ist immer nur so gut wie das Material, das ihr in den Prestigeauktionen zufließt. Und das wiederum ist abhängig von der politischen und ökonomischen Großwetterlage, von starker oder erlahmender Sammellust, von gesetzlichen Rahmenbedingungen, wie sie das Marktjahr 2017 vor allem in Deutschland negativ prägen.