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Blockchain in der Kunst Sensationspreis bei Christie's: Unsummen fließen für ein digitales Kunstwerk

Mit NFT-Technologie verschlüsselte digitale Kunst ist hochbegehrt, weil fälschungssicher. Jetzt kamen online für eine Collage 69,3 Millionen Dollar zusammen.
11.03.2021 - 17:14 Uhr Kommentieren
Das monumentale Werk aus 5000 Einzelbildern fuhr bei Christie's online sensationelle 69,3 Millionen Dollar ein (Ausschnitt aus einem quadratischen Format). Quelle: Christie's Images Ltd. 2021
Beeple „Everydays: The First 5000 Days“

Das monumentale Werk aus 5000 Einzelbildern fuhr bei Christie's online sensationelle 69,3 Millionen Dollar ein (Ausschnitt aus einem quadratischen Format).

(Foto: Christie's Images Ltd. 2021)

Wiesbaden Sensationelle 69,3 Millionen US-Dollar mit Aufgeld fuhr Christie’s online soeben für die digitale Kopie einer aus 5000 Einzelbildern zusammengesetzten Collage des Designers Beeple ein. Das Besondere: Beeple, bürgerlich Mike Winkelmann, hat sein Monumentalwerk „Everydays: The First 5000 Days“ mit einem einzigartigen Code eindeutig identifizierbar und dadurch fälschungssicher gemacht.

NFT heißt die magische Formel für diese Technologie, mit der Beeple seine Werkvariante verschlüsselt hat. So wird aus Bits und Bytes Geld gemacht.

Non Fungible Token ist ein Begriff aus der Welt von Blockchain und Kryptowährungen. Die dezentral in der namensgebenden Blockchain gespeicherten virtuellen Zahlungsmittel sind fungible, also untereinander austauschbare Einheiten – ein Bitcoin oder Ether gleicht im Prinzip dem anderen. Diese Eigenschaft teilen sie mit Bilddateien, die aufgrund ihrer digitalen Natur beliebig kopiert und vervielfältigt werden können.

In der Blockchain allerdings ist jede Einheit durch ihren einzigartigen Hash-Code eindeutig identifizierbar und dadurch fälschungssicher. So „weiß“ jede weitere Einheit vor oder hinter ihr in der Kette von ihr.

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    Diese Eigenschaft wiederum kann in vielen anderen Bereichen – vom elektronischen Grundbuch bis zum Impfpass – zu Verifizierungszwecken genutzt werden. Seit ca. 2015 suchen vor allem Versicherungen nach einer Möglichkeit, Kunstwerke mittels eines sogenannten Tokens mit einem elektronischen Wasserzeichen zu versehen und so identifizierbar und nachverfolgbar zu machen.

    Fälschern und Betrügern würde dadurch die Grundlage ihres Tuns entzogen. Allerdings wären damit nicht nur Echtheit und Provenienz eines Kunstwerks transparent, sondern auch die Preisentwicklung und ein Besitzerwechsel.

    Das wiederum wirft neue Fragen und Probleme auf. Finanzbehörden etwa würden sich bestimmt über eine lückenlose Transaktionsliste zu einem Kunstwerk freuen. Knifflig ist auch die technische Seite: Wie lässt sich eine Datei physisch so mit einem Objekt verbinden, dass sie einerseits nicht zerstörungsfrei oder unautorisiert wieder entfernt werden kann, andererseits aber das Objekt selbst nicht beeinträchtigt?

    Findige Köpfe haben dafür jetzt eine einfache Lösung gefunden: Man lässt einfach das physische Kunstwerk weg und ersetzt es durch ein digitales – ein JPG etwa. Das Ergebnis ist ein Phänomen, das in der Kunstwelt gerade Furore macht: NFT – Non-Fungible Token.

    Ein erstes Hoch markierte der Verkauf eines animierten Bildes von Chris Torres, das zu seiner berühmten Youtube-Animation „Nyan Cat“ gehört. Dessen NFT-Variante ließ der Künstler auf der einschlägigen Plattform Foundation Mitte Februar für 300 Ether, umgerechnet 561.000 US-Dollar, versteigern.

    Unsummen nur für digitale Werke

    Anfang dieses Monats schließlich konnte die erfolgreiche Pop-Musikerin Grimes, Lebensgefährtin von Elon Musk, innerhalb von 20 Minuten computergenerierte Bilder und kurze Filme aus der Serie „War Nymphs“ für knapp 6 Millionen US-Dollar verkaufen. Kurz darauf erzielte die Plattform Nifty Gateway für digitale Kunstwerke des Designers Beeple sensationelle 6,6 Millionen Dollar.

    Diese Unsummen werden wohlgemerkt für digitale Kunstwerke bezahlt, die im Prinzip beliebig reproduzierbar sind. Jeder kann eine Kopie herunterladen, wenn auch nicht immer in der höchsten Auflösung. Der einzige Unterschied zwischen „Original“ und „Kopie“ ist das zugehörige Token.

    Eine frühe Idee war, Token im Kunstkontext zu verwenden, um Videokunst leichter handelbar zu machen. Ebendieser Gedanke hat sich verselbstständigt und zu einem Boom geführt. Der jedoch könnte sich sehr schnell als Spekulationsblase herausstellen.

    Mehr: Digitalisierung und Kunst: Wie die Blockchain Kunstfälschungen verhindern hilft

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