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Kunstmesse Kapstadt Die Mischung aus bekannten und jungen Künstlern zieht Sammler an

Die 8. Kunstmesse in Kapstadt bewährt sich als wichtigste Plattform für Kunst aus ganz Afrika. Ihre ausstellenden Galeristen freuen sich über gute Geschäfte.
  • Daghild Bartels
20.02.2020 - 18:15 Uhr Kommentieren
Mandla Mavengere: „Serenety“ am Stand der Galerie Christopher Moller Art. Quelle: Christopher Moller Art
Hingucker auf der Messe

Mandla Mavengere: „Serenety“ am Stand der Galerie Christopher Moller Art.

(Foto: Christopher Moller Art)

Kapstadt Die Kapstädter Kunstmesse heißt nach ihrem Sponsor „Investec Cape Town Art Fair“. Doch die platte Integration der britisch-südafrikanischen Bank in den Messenamen störte das Geschäft mit anspruchsvoller Kunst nicht. Die achte Ausgabe konnte am vergangenen Sonntag einen glänzenden Erfolg verbuchen.

Selten sah man so viele zufriedene Galeristen auf einer Messe. Unter den Fittichen der weltweit agierenden Messe Fiera Milano und der Messedirektorin Laura Vincenti verfestigte die Schau am Kap ihren Ruf, die wichtigste Plattform für afrikanische Gegenwartskunst zu sein.

Das zunehmende Interesse europäischer und amerikanischer Museen, endlich ihre monothematischen, westlichen Sammlungen um Kunst aus anderen Kontinenten zu erweitern, befördert massiv die Aufmerksamkeit einer internationalen Sammlerschaft. 3.000 Museumsdirektoren, Kuratoren, Sammler und Kunstfreunde aus Europa und den USA, darunter auch der Freundeskreis der Münchener Pinakothek, reisten ans Kap. Nicht nur um sich einen einzigartigen Überblick über die afrikanische Kunstszene zu verschaffen, sondern auch um eifrig zu kaufen.

107 Aussteller zeigten in übersichtlichem Rahmen ihre Offerten. Die eine Hälfte stammt aus Südafrika, die zweite kam aus der Elfenbeinküste, aus Kenia, Angola, Uganda, Zimbabwe, Nigeria und Europa. Dem Ruf der italienischen Macher folgten auch Galeristen aus Italien, Belgien und Frankreich.

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    Aus Deutschland kamen fünf Galerien, unter ihnen Gerd Harry Lybke von der Galerie Eigen+Art in Berlin und Leipzig. Lybke war ganz begeistert und will auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederkommen. Außerdem plant er für Juni in seiner Leipziger Galerie eine Gruppenausstellung mit südafrikanischen Künstlern.

    In Paris will das Museum Palais de Tokyo eine große Retrospektive mit Arbeiten von Kudzanai Chiurai aus Simbabwe zeigen. Mit seinen hochdramatischen und politisch-agitativ aufgeladenen Fotos gilt er schon lange als Geheimtipp.

    Ausschlaggebend für den rasanten Erfolg dieser Messe ist auch der gelungene Mix aus etablierten und jungen Künstlern wie Galerien. Die Stars der Szene wie William Kentridge, Yinka Shonibare, David Goldblatt (bei Goodman Gallery), Robin Rhode, Zanele Muholi oder Barthélémy Toguo (bei Stevenson), Georgina Gratrix, Cyrus Kabiru, Mary Sibande (bei SMAC) und Ibrahim Mahan (bei Alpalazzo aus Brescia) sind seit Langem Selbstläufer.

    Rehema Chachage: „Beloved (An Ode to Mkunde)“ am Stand der Galerie Circle Art. Quelle: Circle Art Gallery
    Aus Tansania

    Rehema Chachage: „Beloved (An Ode to Mkunde)“ am Stand der Galerie Circle Art.

    (Foto: Circle Art Gallery)

    Neu in den Fokus der internationalen Sammler gerieten jedoch auch jüngere Artisten wie Rehema Chachage aus Tansania (Circle Art Gallery, Kenia), Sanaa Geteja (Afriart, Kampala Uganda), Mandla Mavengere (Christopher Möller), Alexandra Karakashian (SMAC) oder Neo Matloga (Stevenson).

    Trend zu Wandteppichen

    Auf der Messe lassen sich drei Tendenzen ausmachen. Neben Malerei und Fotografie sind das textile Arbeiten und „Tapisserien“ aus allen erdenklichen Alltagsmaterialien. Da werden Zahnstocher, Wäscheklammern, Eisenringe, Kronkorken, Wäscheleinen und Keyboardtastaturen quasi verwoben. Auf der Spur von Superstar El Anatsui erfinden diese Künstler jeweils neue, aparte Möglichkeiten, ihre Visionen zu „weben“.

    Ein neuer Star auf diesem Feld ist Igshaan Adams. Die Galerie Blank aus Kapstadt zeigt „Tapisserien“, die an der Wand hängend und am Boden liegend Spuren von abgetretenen Fußbodenbelägen nachbilden. Das gefällt den Sammlern, der nächste Karrieresprung steht bevor: Adams hat demnächst zwei Museums-Ausstellungen in den USA und eine in der Hayward Gallery in London.

    Lässt sich also von einem Boom für afrikanische Kunst sprechen, wie manche verkünden? Vielleicht. Das internationale Interesse ist jedenfalls groß, die Preise der Arbeiten steigen moderat. Auf der Messe bewegten sie sich umgerechnet zwischen 600 Euro und einer Million Euro.

    Auf jeden Fall hat diese Messe mit dem Fokus auf Gesamtafrika, ergänzt durch einige hochkarätige westliche Positionen wie Mario Merz (bei Giorgio Persano, Turin) oder Martin Eder (bei Eigen+Art) ein Alleinstellungsmerkmal, auf das die Veranstalter stolz sind.

    Magnetisch wirkt auch das hochkarätige Ausstellungsprogramm der beiden großen Privatmuseen, die aktuell die verschiedenen Facetten im Werk von William Kentridge auffächern. Im MOCAA des ehemaligen Puma-Chefs Jochen Zeitz zeichnet sich nach dem enttäuschenden Beginn ein furioser Neustart ab.

    Die neue Direktorin Koyo Kouoh stellt zu Beginn ihrer Amtszeit klar, dass sie nicht Kuratorin einer Privatsammlung sei, sondern Direktorin eines Museums mit dem Auftrag für ein panafrikanisches Programm. Die positive Energie dieser ereignisreichen Kunstwoche honorierten auch Messebesucher mit Abstechern ins Zeitz MOCAA und ins Kunstmuseum der Norval Foundation.

    Mehr: Kunstmesse – Die Art Karlsruhe profitiert von hoher Kaufkraft

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