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12 Stunden in BangkokDie Stadt der Engel

Bangkok ist eine der heißesten Städte der Welt: Das gilt fürs Klima ebenso wie für die Küche und Attraktivität der Bewohnerinnen. Thailänder bezeichnen Bangkok voller religiöser Stätten als „Krung Thep“, Stadt der Engel.Yavi Bartula 26.03.2012 - 14:21 Uhr Artikel anhören

Hier sehen Sie die Spitzen der Chedi-Gruppe im Wat Pho. Jeder der vier 42 Meter hohen Rundtürme wurde von einem thailändischen König zur Lobpreisung Buddhas erbaut und zeigt mit seiner kostbaren Mosaik-Bestückung die starke Relevanz des Glaubens für die Bevölkerung.

Foto: Yavi Bartula

Bangkok. Die Hauptstadt Thailands trägt ihren Namen nicht nur zu Recht, sondern mit Würde. Stolz werden die kulturellen Schätze gepflegt und gezeigt, die besonders wertvollen Relikte akzentuiert. Bangkok ist deshalb ein echtes Mekka für den, der substantielle Kulturerinnerung liebt und sie in aufregenden, ungezügelten Metropolen sucht.

Wenn Sie zu diesen neugierigen Menschen gehören, sollten Sie sich unbedingt auf diesen Höhenflug inklusive einem Besuch der Wolke Sieben begeben. Doch seien Sie sich bewusst, dass dieser Besuch nur von kurzer Dauer ist.

Denn oft reißt der glorreiche Himmel auf und lässt Sie von ganz oben auf harten, schmutzigen Boden herabfallen. Bangkok ist nämlich weiß Gott keine Stadt, die Sie auf Wattebäuschchen bettet und dazu einen kühlen Cocktail serviert. Jedenfalls nicht immer.

Mit einer heißen Brühe dürfen Sie aber jederzeit rechnen. Bangkok ist nämlich sehr heiß. Tropisch heiß laut Klimatabellen, optisch heiß nach Meinungen seiner Kenner. Und die meinen die markante Attraktivität, die auf die Stadt zweifellos zutrifft. „Heiß“ sind die Frauen, ihre Outfits, das Nachtleben, die vielen verschiedenen Locations.

Und würde man Kunst und Kultur umgangssprachlich ebenfalls als „heiß“ bezeichnen, wären sie es auch. Nennen wir sie in dem Zusammenhang rücksichtsvoll „schön“ und zollen ihnen damit den nötigen Respekt. Doch das wird nicht reichen. Respekt ist in Thailand eine wichtige Prämisse, da Gottheiten nach wie vor prominenter sind, als nationale Fernsehstars. Und die verdienen einen adäquaten Umgang, auch seitens fremder Besucher.

Die über 400 Wats (buddhistische Tempel) der Stadt sollten deshalb nicht ohne großzügige Körperbedeckungen betreten werden – mit Ausnahme der Schuhe. Die müssen draußen bleiben. Am besten auch ohne Kamerablitz, da die göttlichen Abbilder, sofern sie sich in den sakralen Räumen befinden, nicht gestört werden dürfen.

Wissenswertes über Bangkok
Das Kloster des liegenden Buddhas Wat Pho wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ein Jahr vor der Stadtgründung Bangkoks 1781 komplett neu gebaut. Damit ist die größte Klosteranlage Bangkoks älter als die Stadt selbst.
...kann man in der ganzen Stadt und an jeder Ecke suchen, man findet sie aber angeblich im Kloster Wat Pho. Hier ist nämlich die renommierteste Massageschule des Landes. Tipp: Sehr früh oder so spät wie möglich kommen, um nicht allzu lange auf die Behandlung warten zu müssen.
Wir sparen uns an dieser Stelle den thailändischen zeremoniellen Namen für Bangkok. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er aber: „Stadt der Engel, große Stadt [und] Residenz des heiligen Juwels Indras [ Smaragd-Buddha ], uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishnukarm gebaut wurde.“ Der Name beleuchtet zwar nur eine Seite der Medaille, dafür aber sehr präzise.
Besonders zwischen dem Tempel Wat Pho und dem Grand Palace treiben sich kriminell organisierte Schlepper umher, die Ihnen weismachen wollen, die royalen und heiligen Anlagen seien geschlossen. Sie bieten Ihnen dann eine sehr verlockende Alternative und sind natürlich bereit, Sie dort hin zu fahren. Fallen Sie nicht auf diese Maschen herein, es sei denn, Sie möchten den Tag in zwielichtigen Schmuck-, Stoff- und Souvenirläden verbringen.
Sie wollten schon immer mal das berühmte zart massierte Kobe-Rind kosten, hatten bisher aber leider nicht das nötige Kleingeld? Vielleicht reicht es ja für den Genuss des Premium-Fleisches in Thailand, denn hier ist das Steak ein wenig günstiger. Eine der besten Adressen dafür ist das Nobel-Restaurant Banyan Tree. Abendgarderobe und ein paar Geldscheine sind trotzdem Pflicht.
In keiner anderen Stadt gibt es so viel Stau. Mit höchstens 15 Kilometern pro Stunde bewegen sich über sechs Millionen Fahrzeuge von A nach B. Die Polizei hat sogar Hebammen ausbilden lassen, da es viele schwangere Frauen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus schaffen. Der Verkehr Bangkoks ist also eine abenteuerliche Attraktion für sich, bedarf aber jeder Menge Vertrauen und Geduld.

Am Abend können Sie ihn dann wieder anmachen. Denn Bangkok kennt nach Sonnenuntergang keine Tabus. Es ist, als ob man im Dunkeln die explosiven Exzesse nachholen würde, die sonst am Tage von den Göttern überwacht würden. Doch nachts schlafen sie -  Sie allerdings hoffentlich nicht.

Dunkel ist manchmal auch der Himmel über Bangkok, wenn Smog oder Regenwolken über das Land ziehen. Die Aussicht aus dem Siam@Siam Design Hotel & Spa ist trotzdem imposant – mindestens genauso, wie das extrem stylische und schicke Hotel selbst.

Foto: Yavi Bartula

Das ist Bangkoks modernstes und luxuriösestes Shoppingcenter namens Siam Paragon. Der Betonriese „Pride of Bangkok“ an der Rama I. Road gleicht einer kleinen Stadt, beherbergt neben renommierten Designergeschäften mehrere Messehallen, Kinos, Bowlingbahnen, Restaurants und im Keller sogar das gigantische High-Tech-Aquarium „Siam Ocean World“ mit über 30.000 Tieren.

Foto: Yavi Bartula

Denn wenn Sie nicht auch die nächtliche Szenerie – ob im Nobelschuppen oder in schmuddeligen Gassen - Bangkoks kennengelernt haben, haben Sie etwas verpasst und werden vielleicht sogar fälschlicherweise erzählen, Bangkok werde seinem Ruf eines Rotlichtzentrums allemal gerecht. Dabei ist diese Aussage längst überholt.

Überholt von den deutlichen Konsequenzen des Wirtschaftsbooms in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der die Stadt gesprengt und in viele Stücke zerrissen hat. Aus dem „Dorf im Pflaumenhain“, wie der Name Bangkok wörtlich übersetzt wird, wurde die größte Stadt Thailands mit über sieben Millionen Einwohnern, ein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von globalem Charakter.

Doch ein Stadtzentrum sucht man vergebens, ebenfalls klare Trennungen von Wohn- und Geschäftsvierteln. Bangkok nutzt seine Stadtfläche nach dem Prinzip des Stapelns und Drückens: Fußgänger und Autofahrer schieben sich ohne Berührungsängste durch den Verkehr.

Und sie bleiben dabei ruhig – denn Gelassenheit ist ein wichtiger Teil ihrer Mentalität. Doch haben sie eine Wahl? Bangkok ist die Stadt mit den meisten Staus, eine, die einen Großteil des öffentlichen Verkehrs auf Wasserwege verlegen musste, um die verstopften Straßen wenigsten ein bisschen zu entkorken. Doch noch immer ist es, wie es ist: eng, beengend, beängstigend.

Um sich diesem Extremcharakter nicht allzu lange aussetzen müssen, bleiben viele Reisende nur wenige Tage in Bangkok. Immerhin, denn zwölf Stunden sind eigentlich zu wenig, dafür aber sehr intensiv. In Bangkok angekommen, checken Reisende und Geschäftsleute meist in schicken Hotels ein.

Luxus, ob in Gastronomie, Hotels oder bei Produkten, ist hier nämlich zu einem kleinen Preis zu haben. Wer ihn genießen möchte, kommt hier also voll auf seine Kosten – um nicht zu sagen: auf Wolke Sieben, dem Himmel sehr nah.

Das geht zum Beispiel in dem eindrucksvollen Spa-Hotel Siam@Siam. Cleanes, industrielles und großzügiges Interieur, gebrochen von Kunstgegenständen in warmen Farben, ein Open-Air-Pool über den Dächern der Stadt, hervorragendes Essen, das ist einem stylischen Speisesaal von lächelnden Bedienungen serviert wird.

Kurzum: eine sehr empfehlenswerte Unterkunft. Auch, weil Sie hier eine direkte Anbindung an den Skytrain haben – neben der Kamera und einem Stadtplan Ihr bester Freund während des Stadttrips. Gehen wir Ihn gemeinsam durch.

Während eines Bangkok-Besuchs dürfen Sie sich Street-Food keinesfalls entgehen lassen. Die Garküchen mögen Westler im ersten Augenblick abschrecken, doch spätestens, wenn Sie vornehme Geschäftsleute auf Plastikstühlen dampfende Nudelgerichte aus Plastikgeschirr essen sehen, werden Sie (hoffentlich) auch zuschlagen wollen.

Foto: Yavi Bartula

Sitzende Gold-Buddhas im Wat Pho, dem ältesten Tempel Bangkoks, der sich südlich des Königspalastes befindet.

Foto: Yavi Bartula

Der Skytrain fährt viele wichtige Sehenswürdigkeiten an. Schnell und ohne Stau. Zwar werden Sie zwischendurch auf Boote und Tuk Tuks umsteigen, doch mit der modernen Bahn bewegen Sie sich hauptsächlich von A nach B. Gehen wir davon aus, dass Sie im Siam@Siam Hotel in kurzer Entfernung zur Station „National Stadium“ genächtigt und dort ausgiebig gefrühstückt haben. Dann empfiehlt sich auf Grund der Lage ein kurzer Shopping-Stop am Siam Square an der Station „Siam“.

Die Betonung liegt auf „kurz“, da in den dort stehenden Einkaufszentren und Restaurants schnell viele Stunden verloren gehen. Werfen Sie deshalb nur einen flüchtigen Blick in den legendären Giganten MBK mit 2.500 Geschäften und in das neueste und mit Abstand luxuriöseste Shopping-Center Paragon mit vielen berühmten Vertretern aus High Fashion und sogar der Automobilbranche. Kaufen Sie im letzteren bei Bedarf das eine oder andere Objekt der Begierde, welches in anderen Ländern vermutlich deutlich teurer ist. Im Untergeschoss befindet sich das gigantische High-Tech-Aquarium „Siam Ocean World“ mit über 30.000 Tieren und auf dem Foodcourt in den oberen Stockwerken verbringen Thais ihre Abende besonders gerne.

Gehen Sie zum All-you-can-eat-Fließband-Sushi für umgerechnet vier Euro, bevor sie eines des 16 Kinos besuchen, bowlen gehen oder einer musikalischen oder unterhaltenden Veranstaltung auf den Plätzen vor den Einkaufshäusern beiwohnen. Seien Sie sich sicher: Hier ist immer etwas los, manchmal etwas zu viel.

Deswegen bietet sich danach eine Flucht in den Lumphini-Park an. Bangkoks größter Park liegt an der Skytrain Station Sala Daeng im Silom-Gebiet und lässt den Besucher auf- und frische Luft einatmen. Zwar ist es auch hier manchmal nahezu so voll, wie an den beliebten Shopping-Spots, doch schnell findet sich ein ruhiges Plätzchen.

Ob auf einer Bank am oder im Boot auf dem Teich, morgens um sieben unter einem Schatten spendenden Baum, von wo aus Sie den Thais bei ihren Tai-Chi- oder Yoga-Übungen zusehen können, auf einer Wiese vor dem Open-Air-Fitnessstudio oder einfach bei einem entspannten Spaziergang in den grünen Alleen. Nehmen Sie sich diese Zeit, bevor sie Ihnen im hektischen Trubel der umliegenden Straßen davonrennt.

Denn dieser Park befindet sich in einem kommerziellen Zentrum Bangkoks. Das lässt sich primär an Patpong und der Silom Road festmachen, wo sowohl das Geschäfts- als auch das Nachtleben in rasantem Tempo pulsieren. Patpong ist das Erotik- und Entertainmentviertel Bangkoks, eine Hochburg für Marken-Fakes und legale Souvenirs, (Table-Dance) Bars und Restaurants, unermüdliche Thai-Familien, die in Garküchen speisen und westliche Nachteulen, die den touristischen Patpong Night Bazar belagern.

Die Banyan Tree Rooftop Bar im 61. Stock ist eine der besten Adressen der Stadt. Hier treffen sich (reiche) Berühmtheiten und wichtige Persönlichkeiten, um bei hervorragenden Cocktails und feinen Steaks vom Kobe-Rind dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ein schickes Outfit und gepflegtes Äußeres sind Voraussetzung, um sich unter das privilegierte Volk mischen zu dürfen.

Foto: Yavi Bartula

Wie man all dem entnehmen kann, lohnt sich ein Besuch der zwei parallel verlaufenden Hauptstraßen eigentlich erst am Abend. Was man all dem vielleicht nicht entnehmen kann, ist die friedliche und ungefährliche Stimmung. Eine intuitive Vorsicht sollten Sie natürlich mitbringen, müssen Ihre Frau oder Geldbörse aber nicht unbedingt im Hotelzimmer lassen. Stellen Sie sich einfach einen lustigen, bunten Rummelplatz vor, auf dem zufällig einige ambitionierte Damen und Accessoire-Verkäufer stehen.

Und wenn Sie ihn wieder schnell verlassen möchten, können Sie auf die angrenzende Silom Road ausweichen. Es ist die „Wallstreet Bangkoks“ ohne Börse, aber mit vielen Banken und herumlaufenden Geschäftsleuten, die ihre Pausen in einer der Garküchen verbringen.

Apropos Garküchen. Versuchen Sie gar nicht, sich vor ihnen zu drücken. Es ist ein obligatorisches Erlebnis, das zu einem unvergesslichen kulinarischen wird. So einfach die Speisen in der Zubereitung und dem Geschmack sind, so einmalig ist der Genuss einer leckeren Nudelsuppe aus einer provisorischen Schüssel auf einem angebrochenen Plastikstuhl.

Werfen Sie einen Blick hinüber zum Nachbarn, der sich auch mit Anzug und Krawatte für den billigen Snack nicht zu schade ist, und machen Sie es ihm auch in Flip-Flops und kurzen Bermudas nach.

Wo wir gerade beim Outfit sind: kurz und knapp ist bei der Hitze unumgänglich, im Wat Phra Kaeo im Königspalast aber ärgerlich. Bis Sie allerdings dort ankommen, sei Ihnen Freizügigkeit gewährt. Denn auf dem Weg von Silom zum Grand Palace sollten Sie noch einen kurzen Stopp in Chinatown machen.

Sie können das Viertel fußläufig oder mit dem Skytrain erreichen und an der Endstation Hua Lampong aussteigen. Sie müssen hier keinen Overload an Spielautomaten, Hello Kitty oder echten Tieren auf dem Grill befürchten, sondern eine unglaublich spannende Mixtur alter chinesischer Geschäfts- und Lebenstraditionen.

Und diese Mixtur ist wörtlich gemeint: Jedes Hausparterre hat einen kleinen Laden, die Besitzer wohnen im Obergeschoss. Hier vermischen sich auch Gerüche von künstlichen Düften mit natürlichen von frischen Früchten, scharf gewürzten Speisen oder Zigarettenqualm aus den kleinen Kneipen.

In der Yaowarat Road vermischt sich der Straßendreck mit dem Glanz goldener Schmuckwaren. Mischen Sie sich in den Sampeng Lane unter die dichten, drängelnden Menschenmassen, die kein Pardon kennen. Vielleicht, weil sie hier unter sich sind – Touristen verlaufen sich nämlich selten in diese schmale Gasse, die mit ihren uralten Tante-Emma-Geschäften wie eine surreale Kulisse aus einem typischen chinesischen Film kennt.

An der Anlegestation Ratchawong steigen Sie in ein Express Boot und fahren bis zur Station Grand Palace. Das ist praktisch und schnell, aber auch schade. Denn es wäre schön, mehr Zeit zu haben, um Bangkok aus dieser Perspektive zu sehen.

Zum Beispiel bei einer Klong-Boot-Tour auf den Kanälen des Chao-Praya-Flusses, bei dem Sie auch den Floating-Market besuchen und in eine Welt eintauchen, die nichts mit dem kommerziellen Kitsch der Innenstadt zu tun haben wollen scheint. Den Menschen, die am Ufer Gemüse, Fisch und andere Dinge des alltäglichen Lebens verkaufen, geht es nicht um Erfolg und Abzocke, ihnen geht es schlicht um die sichere Versorgung ihrer Familie.

Ob es den Schleppern an den weißen Mauern des Großen Palastes auch um diese ehrenvolle Aufgabe geht? Mag sein. Aber dass sie diese mit Abzocke umsetzen, steht außer Frage. Nehmen Sie sich also bei Ihrem Besuch der Anlage vor ihnen in Acht und lassen Sie sich nicht vom Weg abbringen. Sie werden Ihnen sagen, dass der Palast geschlossen hat und Ihnen raten, Sie stattdessen zu anderen Sehenswürdigkeiten zu begleiten. Und dort müssen Sie vermutlich Dinge kaufen, die Sie niemals wollten.

Also: Augen zu und durch die Tore des Eingangs, der sich entlang der fast zwei Kilometer langen Mauer nicht sofort finden lässt. Sind Sie erst einmal (mit geschlossenen Schuhen, langen Hosen und bedeckten Schultern) drin, machen Sie Ihre Augen bitte wieder weit auf. Keine Schlepper weit und breit, dafür die womöglich schönste und imposanteste Palast- und Klosteranlage, die Sie jemals gesehen haben.

Abgesehen von der aus Ihren phantasievollen Vorstellungen beim Lesen romantischer Märchen. Es grenzt an ein kleines Wunder, was die Thais aus Gold, Edelsteinen und Wandfarben gezaubert haben. Kein Wunder, dass der Grand Palace samt seines Smaragdbuddha-Tempels die bel(i)ebteste Sehenswürdigkeit Thailands ist. Auch für die Thais selbst, die in Scharen herkommen, um die am meisten verehrte Buddhastatue Thailands zu sehen. Ihr verdankt das Kloster seinen Namen und der Florist einen großen Umsatz.

Denn überall werden Blumen hinterlegt, still und ehrfürchtig. Und keiner regt sich auf, dass die Touristen die goldenen Chedis, Dämonen und Wandmalereien fotografieren. Oder dass der 75 Zentimeter kleine Smaragdbuddha eigentlich gar nicht aus Smaragd, sondern aus Jade ist. Völlig egal – schauen Sie sich dieses prächtige Gebäudeensemble an, zu dem auch die viktorianischen Königshäuser gehören.

Sie sind von repräsentativer Bedeutung und werden deshalb für offizielle Anlässe genutzt. Wenn Sie Glück haben, sehen Sie die Armee bei ihren Marschübungen, wenn nicht, ist auch ein flüchtiger Blick auf die klassischen thailändischen Fassaden der Bauten ausreichend.

Südlich des Palastes (und wieder: Vorsicht, Schlepper!) liegt Bangkoks ältestes Kloster Wat Pho - älter, als die Stadt selbst. Nicht weit, aber weit genug, um mit einem der kleinen, lustigen Tuk Tuks hinzufahren. Eine Fahrt mit der traditionellen Motorrad-Rikscha ist zwar eine typisch touristische Unternehmung, gehört aber zu einem Bangkok-Trip wie Koriander in ein nationales Gemüsegericht. Und das kriegen Sie da ja auch nie herausgepuhlt.

Machen Sie einen guten Preis aus und düsen Sie - sich gut festhaltend - zu der zweitwichtigsten Sehenswürdigkeit nach dem Grand Palace. Denn hier liegt ein 45 Meter langer Buddha im zeremoniellen Übergang ins Nirwana und hat wunderschöne Fußsohlen mit Perlmuttintarsien. Das Kloster ist aber auch wegen seines Alters von über 500 Jahren, der unglaublichen Ansammlung von buddhistischen Artefakten, des Rufs der ausgedehntesten Anlage Bangkoks und der landesweit besten Massageschule berühmt.

Letztere sollten Sie in Anspruch nehmen, wenn es Zeit und Zeitpunkt zulassen. Am besten früh morgens oder am späten Nachmittag. Nicht, weil Sie dann mit den thailändischen Masseurinnen ungestört sind, sondern weil Sie dann auf die sehr traditionelle und alles andere als sexistische Behandlung nicht allzu lange warten müssen.

Und wenn doch, finden Sie Thaimassagen auch an jeder Ecke außerhalb des Klosters. Zum Beispiel am Abend, der an diesem Punkt Ihrer Tour höchstwahrscheinlich eingebrochen ist, in der populären Khaosan Road im Westen Bangkoks. Bekannt ist die Hippie-Meile nicht nur aus Filmen wie „The Beach“, sondern auch, weil die vielen Backpacker außerhalb der Landesgrenzen von ihr erzählen.

Und so kommen neue junge Neugierige in Massen hierher, um die Geschichten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Oder um eigene zu schreiben. Vielleicht sogar an den Tischen in den durchgehend geöffneten Kneipen oder Restaurants, sofern sie denn noch schreiben können. Denn Bier ist billig und beliebt und fahren dürfen Sie theoretisch ohnehin nicht. Es sei denn, Sie legen sich hier einen gefälschten Führerschein und dazu einen Ausweis zu, der Ihnen eine neue Identität verpasst.

Die werden Sie vielleicht sogar brauchen, wenn Sie das Nachtleben Bangkoks voll auskosten. Dann das ist fast so hell und hektisch, wie der Tag selbst. Und vielleicht sogar ein wenig aufregender. Nach oder vor dem Besuch der abgefahrenen Traveller-Straße Khaosan schlüpfen Sie in die Rolle des ordentlichen Westlers und dafür leider auch in die dazu passenden Klamotten.

Statt kurzen Shorts und Badelatschen brauchen Sie nämlich lange Hosen, geschlossene Schuhe und die Damen gerne ein hübsches Kleid als Eintrittskarten für die schicken Locations. Zu diesen gehört die Rooftop Bar Sirocco im Lebua Bangkok State Tower, dem Gebäude mit der goldenen Kuppel, die Sie vorher vielleicht vom Fluss aus gesehen haben.

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Diese teure Top-Adresse, die der eine oder andere vielleicht aus der Hollywood-Komödie „Hangover 2“ kennt, kann ab 18 Uhr aufgesucht werden. Schnell ist die Bar mit hervorragenden Cocktails voll, aber Sie wahrscheinlich auch. Hoffentlich behalten Sie trotzdem den Durchblick – denn der Ausblick ist phantastisch.

Ein Highlight, das nur noch von einer rauschenden Party im Bed Supperclub getoppt werden kann. In einem spacigen Ambiente, auf weißen Sofas, mehreren Ebenen voller aufgedonnerter Menschen aller Nationalitäten und an den Theken, über die teure Drinks wandern, können Sie zu den Beats internationaler DJ-Berühmtheiten bis in die Morgenstunden feiern.

Das böte sich eigentlich sogar an. Denn wenn die Sonne gerade erst aufgeht, sehen Sie die reine Schönheit Bangkoks, die noch nicht im Berufsverkehr, den Menschenmassen und dem wirbelnden Staub untergeht. Und wenn dieser Morgen auf einen Wochenendtag fällt, können Sie mit dem noch fast menschenleeren Skytrain zum Chatuchak Weekend Market im Norden fahren.

Der angeblich größte Flohmarkt der Welt macht großen Spaß, hat wirklich alles, was man braucht und nicht braucht. Er fordert Sie heraus, weil Sie nichts von all dem kaufen möchten und es trotzdem tun, weil irgendetwas unerwartet gefällt, irritiert, belustigt. Dieser Ort wäre ein würdiger Abschluss der Reise, denn sein Charakter entspricht dem der ganzen Stadt. Es ist ein himmlischer.

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