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Megatrend Fitness„Breakdance kann jeder, unabhängig vom Gewicht“

Die Fitnessbranche boomt. Immer mehr Deutsche trainieren in Studios. Doch Experten fürchten, dass der Markt gesättigt ist. Sie wollen eine neue Zielgruppe erreichen – auch auf der Branchenmesse Fibo, die heute startet.Maike Freund 06.04.2017 - 07:32 Uhr Artikel anhören

So viele Deutsche wie nie zuvor sind Mitglied in einem Fitness-Studio.

Foto: obs

Köln. 123 Kilogramm: Das ist das Gewicht von Andreas Maintz. Sagt es, und macht dieses Bewegungen, als wären 123 Kilogramm nichts. Maintz ist Deutscher und Europameister im Breakdance. Am Wochenende wird er sein Können auch auf Fibo zeigen, der Leitmesse für Fitness, Wellness & Gesundheit in Köln.

Maintz sagt: „Breakdance kann jeder, unabhängig vom Gewicht.“ Es komme nur auf Training an. Und doch spielt das Gewicht nirgendwo sonst eine größere Rolle als im Bereich Fitness – oder genauer gesagt: im Fitness-Lifestyle-Bereich.

Umfragen belegen: Fast jeder zweite besucht ein Fitnessstudio, um sein äußeres Erscheinungsbild zu optimieren. Und 39 Prozent wollen ihr Gewicht reduzieren oder nutzen ein Fitnessstudio, um einen schöneren Körper zu bekommen.

Der deutsche Fitness-Markt: Fakten und Trends
Die deutsche Fitnessbranche wächst stark. Ende 2016 waren 10,1 Millionen Menschen in 8.684 Fitnessanlagen angemeldet. Quelle: Beratungskonzern Deloitte
Kettenanbieter stechen heraus, besonders Discounter wie McFIT, clever fit und FitX hervor, die zusammen einen Marktanteil von rund einem Fünftel haben.
Der Megatrend Fitness und Gesundheitein steigendes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und ein Imagewandel von Fitness zum Lifestyle-Produkt für jedermann.
Das Wachstum der Fitnessketten basiert auf dem Discountsegment, das durch attraktive Preis-Leistungs-Angebote viele Kunden gewinnen konnte.
Besonders der Fitnessanbieter FitX sticht mit einem geschätzten Mitgliederwachstum von 70 Prozent auf 340.000 hervor.
Dieser Anbieter bleibt mit rund 1,1 Millionen registrierten Kunden weiterhin unangefochten an der Spitze der Ketten.
Digitale Fitnessangebote, die ein Fitnesstraining „on Demand“ ermöglichen, Wearables zur Leistungskontrolle undSocial-Media-Kommunikation
Online-Fitnessstudios zählten rund 563.000 registrierte Mitglieder zum Jahresende 2016, von denen 194.000 Fitnessbegeisterte bezahlte digitale Angebote nutzten.
Mit NewMoove hat Fitness First als erster Anbieter im November 2014 den Trend erkannt und ein hybrides Modell aus Offline- und Online-Fitness umgesetzt.
Deutschland macht mit seinen 10,1 Millionen Mitgliedern knapp 18 Prozent aller in Europa registrierten Mitglieder (56,4 Millionen) aus.
Ähnlich stark zeigt sich Großbritannien mit 9,3 Millionen Mitgliedern, während Frankreich (5,5), Italien (5,3) und Spanien (5,1) auf den Plätzen drei bis fünf folgen.
„Bestehende Fitnessformate werden durch digitale Ansätze ergänzt, und neue Marktteilnehmer mit rein digitalen Angeboten entwickeln neue Konzepte."
"Spielentscheidend wird es mittelfristig sein, dass die Fitnessunternehmen zukünftig das Interesse des Kunden noch stärker in den Mittelpunkt rücken und ihre Angebote transparenter und flexibler gestalten“, urteilt Karsten Hollasch von Deloitte.

Auch in Köln wird das Thema sein: Denn dort treffen sich die, die fit, schön und gestählt sind, es werden wollen oder einfach nur etwas für die Gesundheit tun wollen. Und die passenden Unternehmen sind auch da, denn Fitness ist ein Riesengeschäft. Von Donnerstag bis Sonntag präsentieren sich mehr als 1.000 Aussteller, mehr als die Hälfte kommt aus dem Ausland. Rund 150.000 Besucher werden auf der Fibo erwartet. Die wichtigsten Themen: gesunde Ernährung, individuelles Üben in kleinen Gruppen und Smart Training: von der Mitglieder-App bis zur total vernetzten Trainingsfläche.

Der Markt wächst: 5,05 Milliarden Euro Umsatz machte die Fitnessbranche 2016 in Deutschland laut einer Studie von DSSV, Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement – 4,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 3,8 Milliarden Euro. 10,1 Millionen Deutsche waren 2016 Mitglied in einem Fitnesscenter – so viele wie noch nie und rund doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Damit ist Fitness als Sportart sogar noch beliebter als Fußball.

Auch die Anzahl der Fitnesscenter ist weiter gewachsen. 2016 waren es 8.684 (2008: 5.753 Fitnesscenter). Das macht Deutschland zum mitgliederstärksten Fitnessmarkt noch vor Großbritannien und Frankreich. Durchschnittlich zahlten die Deutschen für ihre Mitgliedschaft 44,62 Euro.

Motivationstipps von Pamela Reif
Die Frage stellte Pamela Reif am 26. Dezember 2016 - wegen der zahlreichen Pausen und Mahlzeiten während der Feiertage. Es sei vollkommen in Ordnung zu essen. Doch wie kommt man wieder in die gewohnte Sportroutine? Ihre TippsQuelle: aboutpam.com
WEICHE VON DEINER NORMALEN ROUTINE AB: „Mach zu Hause ein paar kurze Bodyweight Workouts! Besser als nichts.“
KEIN GRUND NEIN ZU SAGEN: „Und ein Stück vom Kuchen reicht, um den Geschmack zu genießen. Richtig?“
KAUFE DEINE EIGENEN LEBENSMITTEL EIN: „Packe die in ein separates Fach im Kühlschrank und greife immer dort hinein, wenn der Rest der Familie etwas ungesundes zubereitet“
TRINKE VIEEEEL WASSER: „Wenn du Angst davor hast, schon wieder zu viel bei einer Feier zu essen, dann trinke davor eine ganze Flasche Wasser.“
GEH RAUS!: „Frische Luft for the win!“
BEZIEH DEINE FAMILIE MIT EIN: „Wie wärs mit einer Wanderung, Ice Skating oder einer Schneeballschlacht?“
SCHAU EINEN SCHÖNEN FILM AN: Werbepausen für ein Mini Workout nutzen
Mein „Werbepausen Workout“:1min Burpees1min Moutain Climbers1min Sit Ups1min Squat Jumps1min Burpees1min Plank
„The only bad workout is the one you didn’t do“ Pamstrong

Es zeichnen sich zwei Trends ab: Auf der einen Seite wachsen vor allem die billigen Studios im Discount-Bereich wie McFit, Clever Fit und Fitx, die zusammen einen Marktanteil von rund einem Fünftel haben. Auch digitale Angebote liegen weiter im Trend. Vor allem aber zeigt sich, dass viele Anbieter individuell trainieren wollen oder aber in einer kleinen Gruppe. Erfolgreich sind dabei auch kleinere Studios. Ausschlaggebend ist vor allem der Faktor Spaß und Lifestyle.

Obwohl die Zahlen für die Branche gut aussehen, fürchtet zum Beispiel Ralph Scholz, Event Manager der Fibo, dass der Markt schon bald gesättigt sein könnte. Eine Zielgruppe, die das verhindern soll: Kinder. Immer mehr Fitness-Center setzen Kinderprogramme auf, zum Beispiel im Bereich Kampfsport.

Doch das ist nur die eine Seite. Denn nicht erfasst werden beispielsweise Karteileichen, also diejenigen, die zwar einen Abo im Fitnessstudio haben, es aber nicht nutzen. Weitere Statistiken zeigen, dass im Fitnessmarkt noch mehr zu holen ist: 2,5 Stunden Sport empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO pro Tag, 98 Prozent der Deutschen halten das für sinnvoll.

Doch nur rund 25 Prozent setzen das laut WHO auch um. Die restlichen 75 Prozent will die Fitnessindustrie erreichen. Zum Beispiel mit neuen Aquafit-Angeboten – die es auch auf der Messe zu sehen gibt. Oder aber mit dem Thema Gesundheit und Gesundheitsstudios.

„Sitzen ist die neue Zigarette“, sagt Professor Theodor Stemper vom Lehrstuhl Fitness & Gesundheit an der Bergischen Universität Wuppertal. Dass die Deutschen so viel sitzen und so wenig Sport treiben, hat auch volkswirtschaftlichen Effekte.

Wachstumsbranche: Der Markt für Fitness
Umsatz: 81 Milliarden DollarAnzahl Fitnessclubs: 187.000Mitglieder in Fitnessclubs: 151 MillionenQuelle: Statista
2016: 7,32 Millionen Deutsche gehen regelmäßig, 11,63 Millionen Deutsche besuchen ein Fitness-Studio gelegentlich. Quelle: Allensbach-Umfrage, Statista
14-19 Jahre: 1,63 Millionen20-29 Jahre: 4,41 Millionen30-39 Jahre: 3,42 Millionen
40-49 Jahre: 3,28 Millionen50-59 Jahre: 3,26 Millionen60-69 Jahre: 1,74 Millionen70 Jahre und älter: 1,22 MillionenQuelle: Allensbach, Statista
USA: 36180Brasilien: 31809Deutschland: 8332
USA: 25,8 Milliarden DollarUK: 6,23 Milliarden DollarDeutschland: 5,36 Milliarden DollarJapan: 5,16 Milliarden Dollar
Mrs. Sporty GmbH (nur in Deutschland): 415Clever fit: 284Bodystreet (nur in Deutschland): 211
McFit: 170INJOY: 160Power Plate: 154Kieser Training: 115Easyfitness: 100
Jogging/Laufen: 36,8 ProzentSchrittzähler: 30,1 ProzentFitness: 27,7 ProzentQuelle: Fittkau & Maaß Consulting, Statista

Laut Professor Stemper liegen die Kosten bei rund 16 Milliarden Euro im Jahr – vorsichtig gerechnet. Kosten, die die Krankenkassen tragen müssen. Auch deshalb sollen in Zukunft Sportprogramme im Fitnessstudio wie Angebote im Verein von der Krankenkasse erstattet werden. Ein entsprechendes Gesetz gibt es bereits.

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