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Reisen am Bildschirm Virtuell nach Afrika: Luxusanbieter startet digitales Reiseerlebnis

Reisen ist derzeit kaum möglich. Doch niemand limitiert imaginäre Erkundungstouren an ferne Orte. Joss Kent reagiert mit einem virtuellen Afrika-Erlebnis.
05.04.2020 - 11:25 Uhr Kommentieren
Das Luxusresort in Namibia ist derzeit nur virtuell zu besichtigen. (Foto: segara Kommunikation / andBeyond)
Sossusvlei Desert Lodge

Das Luxusresort in Namibia ist derzeit nur virtuell zu besichtigen.

(Foto: segara Kommunikation / andBeyond)

Düsseldorf Die Krise macht erfinderisch: Während die europäische Tourismusbranche vielerorts noch in Schockstarre verharrt, denken andernorts erste Vorreiter digital um und sichern sich mediale Aufmerksamkeit durch neuartige Projekte. Joss Kent ist einer von ihnen. Als Chief Executive Officer des südafrikanischen Luxusveranstalters und Lodgebesitzers andBeyond lanciert er in Zeiten der Reisebeschränkungen ein virtuelles Afrika-Erlebnis auf einer eigens dafür konzipierten Website.

Ab sofort geht er einen weiteren digitalen Schritt: Mittels Livestreaming gewährt Kent Interessierten Einblicke in das andBeyond Ngala Game Reserve in Südafrika und nimmt Besucher zweimal täglich, jeweils morgens und abends, virtuell auf die Game Drives mit. Mit etwas Glück sehen User wilde Tiere in ihrer natürlichen Umgebung über den Screen laufen.

Die Ranger geben live Informationen über ihr Revier, die Besonderheiten und den jeweiligen Tagesablauf. Der Zuschauer sitzt virtuell direkt im Jeep des Rangers. Kein Tag gleicht dem anderen, so wie in der wahren Natur. Wer eine Episode verpasst, kann diese auf der Website im Anschluss schauen.

Kent selbst nutzt sein tiefes Verständnis für Afrika für dieses Projekt: Der Familienvater, Sohn des Abercrombie & Kent-Gründers und ehemaliger CEO des Luxusreiseanbieters, ist in Kenia geboren und aufgewachsen. Als Unternehmer und zertifizierter Pilot leitete er bis vor Ausbruch der Pandemie selbst verschiedene Safari-Expeditionen in Kenia, Tansania, Zaire und Ägypten für persönliche Kunden wie Bill Gates, Jimmy Carter und Gene Hackman.

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    Durch seine langjährige Leadership- und Tourismusexpertise lebt er die symbiotische Beziehung zwischen Wildtierbeobachtung, Naturschutz und Gemeinden – der Nukleus von andBeyond – mit Herzblut. Gemeinsam mit seinem Team bietet er individuelle Reisen und luxuriöse Safaris in 15 afrikanischen, fünf asiatischen und vier südamerikanischen Ländern an und hieß bis dato Gäste in 29 eigenen Luxuslodges und -camps in Afrika willkommen.

    Tiefes Verständnis für Afrika. (Foto: segara Kommunikation / andBeyond)
    Joss Kent

    Tiefes Verständnis für Afrika.

    (Foto: segara Kommunikation / andBeyond)

    Mit dem Livestreaming denkt Kent die aktuelle Kampagne von andBeyond „Bringing Africa Home“ konsequent weiter. Die Aufnahmen sind lebensnah und überraschend real. Zusätzlich erleben Afrikaliebhaber ein Stück ihrer Wahldestination mit der digitalen Kampagne in den eigenen vier Wänden. Eine eigene Spotify-Playlist untermalt das afrikanische Flair mit eigens zusammengestellten, traditionellen Songs.

    Der User freut sich zudem über viele weitere Angebote wie Bücherlisten, die Land und Leute literarisch aufgreifen und Hinweisen zu afrikanischen Dokumentationen oder exotischen Rezepten zum Ausprobieren. Das angebotene Portfolio schürt die afrikanische Reisesehnsucht oder entfacht sie neu.

    Ein Stillstand von andBeyond hätte prekäre volkswirtschaftliche Folgen: Insgesamt 2083 Menschen arbeiten für die Lodgebetreiber in Afrika. 65 Prozent davon stammen aus der näheren Umgebung der luxuriösen Zeltlager unter anderem in Botswana im Okavango Delta, Kenia in der Masai Mara und aus dem Krüger Nationalpark in Südafrika.

    andBeyond ist mehr als nur ein Tourismusveranstalter, die Mission „Care of the Land, Care of the Wildlife, Care of the People“ unterstreicht die Dimensionen, die sich seit über 26 Jahren in diesem Konzept vereinen. Als Effizienzstrategie, die Umwelt und Meere vor dem physischen Abdruck des Menschen schützt. Als Naturstrategie zum Erhalt bedrohter Arten. Als Fokus auf die Menschen, die in der Umgebung leben und arbeiten. So kümmert sich die Initiative unter anderem um mehr als neun Millionen Hektar Land und 2.000 Kilometer Küste.

    Unterstützung lokaler Betriebe

    Gleichzeitig fördert andBeyond in Zusammenarbeit mit der Africa Foundation die lokale Wirtschaft: Mit der Hälfte der betrieblichen Einnahmen unterstützen sie vor allem lokale Betriebe. Afrikanische Kleinunternehmen sollen sich entwickeln, Menschen den Weg in ihre Unabhängigkeit und Selbstständigkeit finden. „Maasai Honey“ ist eines dieser Projekte und fokussiert sich auf Bienenzucht in direkter Nachbarschaft des andBeyond Klein´s Camp in Tansania. Vergangenes Jahr produzierten afrikanische Frauen 1.235 Liter Honig, der an alle andBeyond Lodges verkauft wurde.

    Der Erlös des flüssigen Goldes sichert die Existenz des Dorfes Ololosokwan, insbesondere die medizinische Versorgung und Schulbildung der Kinder. Neben der wirtschaftlichen Förderung sind Bildung, das Gesundheitswesen und die Versorgung mit sauberem Grundwasser Grundanliegen der Africa Foundation.

    Mit der digitalen Präsenz macht Kent auf die aktuelle Situation aufmerksam, denn das Wildlife geht trotz Corona weiter. Gerade in afrikanischen Ländern, in denen die Existenz ganzer Dörfer und Familien an wenigen Arbeitsplätzen hängt, können Konzepte wie von andBeyond Schicksale retten und zahlen zudem positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung ein. Gleichzeitig verhindert Kent so zumindest einen Teil der potenziell aufkommenden Flüchtlingsströme, die ganze afrikanische Gemeinden nach der Krise zum Umsiedeln zwingen werden.

    Vergangenes Jahr produzierten afrikanische Frauen 1.235 Liter Honig. (Foto: Maasai Honey 2019)
    Projekt „Maasai Honey“

    Vergangenes Jahr produzierten afrikanische Frauen 1.235 Liter Honig.

    (Foto: Maasai Honey 2019)

    Es wäre also vielleicht ein kleiner Ausweg aus dem Dilemma, in dem afrikanische Staaten stecken – obwohl die Corona-Krankheitswelle den afrikanischen Kontinent bislang noch in geringerem Ausmaß als in Europa oder Asien trifft: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind knapp über 4.200 Menschen infizierte Fälle bekannt (Stand 2. April).

    Die Folgen treffen die Menschen dennoch schwer. Neben dem Gesundheitssystem, das auf einen größeren Ansturm Corona-Infizierter kaum vorbereitet ist, stehen die Handelsströme der Rohstoff exportierenden Volkswirtschaften Afrikas nahezu still. Südafrika, Namibia, aber auch der Norden Afrikas, Ägypten oder Tunesien, erwirtschaften einen großen Teil der Einnahmen durch den Tourismus. In Folge von Corona stagniert auch dieser durch geschlossene Grenzen und Reisebeschränkungen nach Afrika.

    Der Blick nach vorn führt zumindest im Tourismus zunächst über digitale Wege. Hier greifen die aktuell lokal gezogenen Grenzen nicht, keine Pandemie der Welt verhindert Reisen im Kopf der Menschen. Mittelfristig bleiben auf digitalen Pfaden touristische Ziele für Gäste attraktiv, oder kommen sogar erstmals auf die Reiseliste der Kunden. Zukünftig werden uns viele weitere digitale Geschäftsmodelle überraschen.

    Mehr: Die schönsten Glamping-Ziele im südlichen Afrika

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