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Kolumne: Auf ein Buch Ratgeber nutzen: Drei Tipps, um nach dem Lesen auch ins Handeln zu kommen

Einen Ratgeber verschlingen, aber nichts davon umsetzen – das ist verschwendete Lebenszeit. Wie wir von Ratgeberbüchern profitieren können, erklärt unser Kolumnist.
31.07.2020 - 10:22 Uhr Kommentieren
Der nächste Ratgeber wartet schon darauf, gelesen zu werden. Quelle: dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Jede Menge Bücher

Der nächste Ratgeber wartet schon darauf, gelesen zu werden.

(Foto: dpa +++ dpa-Bildfunk +++)

Kennen Sie diesen Moment, wenn Sie einen Business-Ratgeber fertig gelesen haben? Sie sind stolz, dass Sie es geschafft haben und freuen sich über die vielen neuen Denkanstöße. Mit einem Auge schielen Sie schon zu Ihrem Bücherstapel, auf dem zahlreiche weitere potenziell lebensverändernde Bücher auf Sie warten.

Ihr Blick geht zurück zum eben beendeten Buch und Sie fragen sich: „Soll ich jetzt wirklich direkt das nächste Buch beginnen oder nicht lieber noch einmal durch dieses Buch durchblättern und die wichtigsten Tipps & Tricks für mich extrahieren?“

Wenn es Ihnen so geht, wie mir bis vor ein paar Jahren, werden Sie vermutlich folgenden Kompromiss mit sich selbst schließen: „Okay, ich lasse das alte Buch erst einmal liegen und schaue in den nächsten Tagen wieder hinein. Jetzt lese ich nur kurz die ersten Seiten eines neuen Ratgebers.“

Und so hangelt man sich von Buch zu Buch, von Autor zu Autor und von Ratschlag zu Ratschlag. Die Umsetzung bleibt dabei aber leider meistens auf der Strecke. Damit sind Sie übrigens nicht allein. Eine Umfrage unter meinen Bloglesern hat ergeben, dass über 90 Prozent von ihnen – unabhängig von Alter, Einkommen oder beruflichem Hintergrund – an der Umsetzung des Gelesenen im Alltag scheitern.

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    Wenn auch Sie sich in dieser Beschreibung wiedergefunden haben, sind die folgenden drei Tipps perfekt für Sie geeignet:

    1) Führen Sie zwei Listen beim Lesen

    Mein erster Tipp hilft Ihnen, während des Lesens die anschließende Umsetzung vorzubereiten. Dazu nehmen Sie sich am besten zwei Listen, die Sie parallel zum Lesen führen. Sie können sie natürlich sowohl analog als auch digital verwenden. Ich persönlich habe immer zwei Zettel im Buch liegen.

    Auf dem einen notiere ich mir spannende Denkanstöße und Ideen. Dinge, die ich bisher noch nirgendwo anders gelesen habe oder die meinen eigenen Ansichten widersprechen. Auf dem zweiten halte ich konkrete To-dos fest, die ich gerne umsetzen würde. Also Themen, in die ich tiefer eintauchen möchte oder Aufgaben, die ich nach der Lektüre des Buches bearbeiten will. Kurze Stichpunkte hierzu genügen völlig.

    Wenn Sie keine Lust haben, während des Lesens Listen zu führen, können Sie auch einfach mit Haftmarkern die interessantesten Stellen markieren. Verwenden Sie am besten zwei Farben: eine für die Denkanstöße und die zweite für die konkreten To-dos. Nach Abschluss des Buches blättern Sie einfach noch einmal durch und schreiben sich die besten Ideen und Aufgaben heraus.

    2) Priorisieren Sie Ihre To-dos

    Jetzt haben Sie hoffentlich eine lange Liste an möglichen konkreten Aufgaben herausgeschrieben. Bevor wir zur eigentlichen Umsetzung kommen, empfehle ich Ihnen, alle Aufgaben zu priorisieren. Ich beginne immer mit drei Dingen, die ich in den nächsten vier Wochen für mich umsetzen möchte. Ich schaue mir meine übergeordneten persönlichen und beruflichen Ziele für die nächsten Monate an und priorisiere dementsprechend die Aufgaben.

    Aus diesen drei To-dos wähle ich ein einziges aus, mit dem ich beginne. Hierzu wiederum notiere ich mir noch drei ganz konkrete und nicht zu große Schritte. Vor allem der erste sollte so klein sein, dass er innerhalb von zehn Minuten erledigt sein kann.

    3) Die ersten zehn Minuten sind entscheidend

    Jetzt kommen wir zum dritten und wichtigsten Schritt. Es gibt zahlreiche Studien, die davon sprechen, man sollte in den ersten 72 Stunden nach dem Planen ins Handeln kommen, weil man sonst wieder mit anderen Dingen beschäftigt ist und nie mehr startet.

    Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die ersten zehn Minuten nach dem Beenden eines Buches viel entscheidender sind. Diese ersten zehn Minuten sind genau der in der Einleitung beschriebene kritische Zeitraum, in dem man das alte Buch zur Seite legt und mit der Nase schon den Duft der druckfrischen Seiten eines anderen Buches einatmet.

    Jetzt sind Sie gefragt! Wenn Sie es schaffen, in dieser Zeit einen ersten Schritt zu gehen, zum Beispiel eine E-Mail zu verschicken, einen Kurs zu buchen oder ein Telefonat zu vereinbaren, haben Sie gute Chancen auf einen erfolgreichen Start. Na klar, das kostet Energie und Überwindung!

    Mir hilft es dabei immer, mir eine Rakete vorzustellen: Sie benötigt den Großteil ihrer Energie in den ersten Minuten nach dem Start. Sie verbrennt viel Treibstoff, um erst einmal den Erdboden zu verlassen und in höhere und dünnere Luftschichten vorzudringen. Je näher sie dem Weltall kommt, desto weniger Energie benötigt sie, und sobald sie sich in der Schwerelosigkeit befindet, braucht sie nur noch ab und zu einen Schub, um die Richtung zu halten.

    Genauso ist es bei der Umsetzung. Wenn Sie den ersten Schritt gegangen sind, werden Ihnen die nächsten viel leichter fallen und Sie haben hoffentlich Spaß daran, die Ratschläge des Buches auszuprobieren.

    Weniger ist mehr

    Zum Abschluss noch ein Ratschlag aus eigener Erfahrung: Machen Sie auf keinen Fall den gleichen Fehler wie ich, indem Sie versuchen, jede Woche ein Buch zu lesen! Selbst mit Speed-Reading-Techniken und viel Übung bleibt Ihnen keine Zeit mehr für die Umsetzung.
    Deshalb mein Tipp: Lieber nur alle drei Monate ein Buch lesen und dafür im Anschluss konsequent etwas daraus ins eigene Leben integrieren.
    Ein Buch pro Quartal klingt zunächst nicht viel, aber nicht das eigentliche Lesen ist zeitaufwendig, sondern das Ausprobieren der Ratschläge aus dem Buch. Und sind wir doch mal ehrlich: Wenn wir aus einem Ratgeber keine Ratschläge ausprobieren und für uns umsetzen, hätten wir auch zum vierten Mal Harry Potter lesen können.
    In diesem Sinne: Viel Spaß beim Umsetzen!

    Dennis Fischer hat in den vergangenen Jahren nicht nur 500 Business-Ratgeber gelesen, sondern sehr viele Tipps daraus für sich umgesetzt. Seine Erfahrungen teilt er wöchentlich mit tausenden Lesern auf seinem Blog 52ways.de, in seinem Podcast „52 Wege zum Erfolg“ und gibt sie als Speaker und Trainer an seine Klienten weiter.

    Mehr: Warum man oft noch wie ein siebenjähriges Kind liest.

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