Friedrich Merz: Das ist der „All-in“-Kandidat der Union
Berlin. Man muss sich diesen besonderen Montagmorgen in etwa so vorstellen: Friedrich Merz kommt müde in sein Büro und setzt sich an seinen Schreibtisch. Er sieht die Stapel Papiere mit den Planspielen, Empfehlungen und Ideen für die Zeit nach der Bundestagswahl, die sie ihm aufgeschrieben haben. Der Sieger der Bundestagswahl 2025 wischt alles mit einer Handbewegung vom Tisch, legt ein leeres Blatt vor sich hin und malt mit seinem Füllfederhalter auf, worauf es ihm ankommt: Mit wem kann ich regieren? Auf welche Befindlichkeiten muss ich achten? Was kann ich fordern? Wie weit kann ich entgegenkommen?
Diese Szene, die kurz vor der Wahl im Umfeld des 69-Jährigen kursierte, sollte vor allem eines sagen: Merz steht unangefochten an der Spitze der Union. Er allein entscheidet. Merz habe seine Macht bereits vier Wochen vorher zementiert, heißt es, als er sich entschied, die Wahlkampfstrategie über den Haufen zu werfen und über Migration zu reden.
Doch wie viel ist an diesem Montag noch wahr?