Thyssen-Krupp: Bund rückt von Einstieg bei U-Boot-Sparte ab
Berlin, Düsseldorf. Relevanz für die Landesverteidigung, Erhalt von Arbeitsplätzen: Jahrelang hatte die Ampelregierung einen Weg gesucht, um sich an der U-Boot-Sparte von Thyssen-Krupp zu beteiligen. Doch die neue Regierung aus CDU/CSU und SPD rückt vorerst von diesem Vorhaben ab.
Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Demnach gibt es aktuell keine Gespräche mit dem Ziel, dass der Bund bei Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) einsteigt.
TKMS spielt eine wichtige Rolle in den groß angelegten Umbauplänen von Thyssen-Krupp-Chef Miguel López. Der will den Traditionskonzern in einzelne Einheiten zerlegen und damit attraktiv für externe Investoren machen. TKMS ist der erste Versuch, diese neue Strategie umzusetzen, um die seit Monaten ein erbitterter Kampf mit den Gewerkschaften tobt.
Funktioniert es bei TKMS nicht, könnte auch der Rest des Plans hinfällig werden. López hofft, durch die Verselbstständigung viel Geld zu verdienen. Die Marinesparte ist eine der wenigen Einheiten von Thyssen-Krupp, die derzeit gute Geschäfte macht.
López hatte zu keiner Zeit ein besonders großes Interesse an einem Staatseinstieg, seine präferierte Lösung war von Anfang an ein Börsengang. Den will er nun in den nächsten Monaten umsetzen.